Ironie am Kachelofen
Wer nach Castorfs und Schorsch Kameruns «Schneeköniginnen» zu den Originalmärchen zurückblättern will, kann sich dieses Vergnügen auch mit einem garantiert jugendfreien Hörbuch bereiten. Und dabei feststellen, dass sich selbst in dieser Form Andersens surrealer Phantasie und merkwürdigen Doppelbödigkeiten auf den Grund gehen lässt.
«Die Schneekönigin» fehlt allerdings in dieser Auswahl, die der auf gediegen Dauerhaftes setzende Jugendbuchverleger Hans-Joachim Gelberg und sein renommierter Illustrator Nikolaus Heidelbach für drei CDs als Parallelprojekt zu ihrer wunderschönen Buchausgabe trafen. Gelbergs Credo sind Märchenbücher, die man seinen Kindern weitergibt und die dann auch die Enkel noch gern bewahren mögen. So wie es früher war. Heute gehört selbstredend auch das Hörbuch dazu, das im Falle Andersens seine Märchen im 21. Jahrhundert «für Kinder, Erwachsene und Kenner!» auf diese Art «neu erleben» lassen und erhalten soll, wenn einst alle Benjamin-Blümchen-Kassetten entsorgt sein werden. Es ist eine in literarischer Hinsicht noble, gleichwohl überraschende Erwartung, dass ausgerechnet Märchen, die Kindern nach wie vor aus abgegriffenen Ausgaben von den Allernächsten vorgelesen ...
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