Ins Leben setzen
Das Teatro delle Albe aus Ravenna ist eine der ungewöhnlichsten Gruppen Italiens – seit über zwanzig Jahren erfinden sie immer wieder neue Formen und Spielmethoden, Texte und Töne. Sie machen experimentelles Theater jenseits jeweiliger Moden und Trends, ein energiegeladenes, hochprofessionelles Theater des Lebens, des Begehrens und der Reflexion.
Ihre berühmteste Aufführung «I Polacchi» haben sie seit neun Jahren im Repertoire und mittlerweile auf der halben Welt gezeigt, vom HAU in Berlin bis zum Museum of Contemporary Art in Chicago, vom Bitef-Festival in Belgrad bis zum mess-Festival in Sarajevo, beim Fadjr-Festival in Teheran, beim Dialog-Festival in Wroclaw und bei vielen anderen.
Superstar Ubu
«I Polacchi» ist eine Adaption der «Ubu»-Trilogie von Alfred Jarry, die das Museum Historiae Ubuniversalis zum Leben erweckt. Die Albe-Schauspieler Ermanna Montanari (Mutter Ubu), Mandiaye N’Diaye (Vater Ubu) und Maurizio Lupinelli (Bordur) zeigen gemeinsam mit einem Dutzend Schülern aus Ravenna (inzwischen in zweiter Generation), was im Nicht-Ort Polen geschieht, wenn der brutale Wunsch nach Macht und die verklemmte Gier nach Verehrung aufeinanderprallen. Aus den jugendlichen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Mit Helden ist das so eine Sache.
Einerseits gilt das Verhältnis zu ihnen hierzulande als gespalten. Besonders, wenn es sich um die germanische Variante dieses Rollenmodells handelt. Erschwerend kommt hinzu, dass die germanischen Sagen heute nicht mehr unbedingt zum Wissenskanon zählen. Oder weiß jemand etwa, wer Hildebrand und Hadubrand waren? Weiß jemand noch,...
Es ist ein kleines Juwel, dieses aus klassischen fünf Akten bestehende Drama «Shining City» des 1971 geborenen Iren Conor McPherson. Dabei macht es gar nicht viel von sich her. Zwei Haupt- und zwei Episodenfiguren begegnen sich nach und nach in einer Dachgeschosswohnung in Dub-lin, die dem vierzigjährigen Ian gehört. Dieser Ian, ein sanfter, sympathischer Mann,...
Als 1808 die berühmten Hofschauspieler der «Comédie Française» die versammelten Monarchen des Erfurter Fürstenkongresses mit ihrem Spiel zerstreuten, mussten sie noch mit dem später Kaisersaal genannten Ballhaus vorlieb nehmen. Erst 1877 leisteten sich die Erfurter Bürger ein veritables Theatergebäude, mit immerhin 1150 Plätzen, aber noch ohne eigenes Ensemble....
