Im Rollstuhl durchs Zentrum
Wer im letzten Jahr das Downtown Contemporary Arts Festival (D-CAF) besuchte, das größte unabhängige und spartenübergreifende Festival Kairos, musste sich jeden Abend mühsam an Billigläden und von schleichendem Verfall geprägten Häusern des Fin-de-siècle vorbei den Weg zu den Veranstaltungsorten im Zentrum der Millionenstadt bahnen. Auf den Bürgersteigen am Talaat Harb Square hatten Händler aus den ringsum liegenden ärmeren Vierteln ihre Stände aufgebaut.
Noch im letzten Jahr war es üblich, mit alteingesessenen Bewohnern, jungen Künstlern und Touristen in den Straßen nahe der Börse bis morgens früh um fünf die Tagesereignisse zu diskutieren. Seitdem hat sich vieles verändert.
So hat die Militärregierung in diesem Frühjahr die Händler aus Kairos Stadtzentrum verbannt und im März sämtliche Cafés am oberen Ende der Talaat Harb Street geräumt. Offiziell hieß es, die Maßnahmen seien gegen Prostitution, Drogenhandel und illegale Geschäftemacherei gerichtet. Viele Anwohner hatten sich zudem über die laute Musik beklagt. Doch wer mit den Leuten sprach, dem drängte sich schnell der Eindruck auf, dass die Räumung der Stadtregierung dazu diente, Macht zu demonstrieren und die Kontrolle über ...
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Theater heute Juli 2015
Rubrik: Festival, Seite 41
von Berit Schuck
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