Im Morgengrauen der Saison

In der Frage bleiben? – Die neuen Vorwort-Zauderer

Theater heute - Logo

Was gibt es Schöneres, als am Vorabend der neuen Saison in den Spielplanheften zu blättern und all die aufwühlenden, inhaltsreifen, gedankenschweren Sätze auf sich wirken zu lassen? So ein Spielplan aus Shakespeare und Schiller, Goethe und Kleist, Horváth und Büchner, Gegenwartsdramatik und Deutscher Erstaufführung will ja nicht nur vor Ensemble und Publikum bestehen, disponibel sein und die löchrigen Etat-Rahmen berücksichtigen, er will ja auch begründet sein: Warum er hier und heute so und nicht anders entschieden und bestimmt wurde.

Warum es gerade dieser und nicht jener Shakespeare sei, warum am großen Plan nur die erhabensten Ideen gewirkt haben. 

1976 soll der noch junge Benjamin Henrichs aus diesem Anlass geschrieben haben «Nun lügen sie wieder», jedenfalls hat sich das der nicht mehr ganz so junge Friedrich Schirmer gemerkt. Davon kann heute keine Rede mehr sein. Im Gegenteil: Mit markerschütternder Aufrichtigkeit spricht uns das künstlerische Leitungspersonal an, voll der Fragen, Skrupel, Selbstzweifel, Sinnsuche. 

Schirmer, der mit dem Hamburger Schauspielhaus das zumindest nach Plätzen größte deutsche Theater übernimmt, grüßt mit dem «Dialog eines Theaterdirektors mit ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Oktober 2005
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille

Vergriffen
Weitere Beiträge
Hochtiefbau im Revier

Am Gipfel blendet ein Licht, nicht unbedingt das Licht der Aufklärung, vielleicht sogar ein Irrlicht und flackernder Augentrug. Die seit diesem Jahr von Jürgen Flimm geleitete RuhrTriennale beleuchtet das Doppelgesicht der Romantik: Ratio und Irrationalität, industrieller Fortschritt und Sehnsucht nach dem Vergangenen, Settembrinis Zukunftseuphorie und Naphtas...

Taubenschlag der Depression

Clifford Odets taucht in Schauspielführern nur als Fußnote auf, und sein größter persönlicher Erfolg war wahrscheinlich, dass er vom Femegericht McCarthys frei gesprochen wurde, obwohl er vor dem Zweiten Weltkrieg eindeutig Sympathisant der amerikanischen Kommunistischen Partei gewesen war. Zu dieser Zeit hatte er in New York eine Off-Bühne namens «Group Theatre»...

Regie an Musik: bitte antworten

«When the music’s over turn out the lights …»

 The Doors

 

Am Ende liegt Tristan auf dem Parkettfußboden. Isolde hat sich auf das verstellbare Krankenbett geworfen, in dem Tristan zuvor siechend und singend den dritten Akt verbracht hat. Nein, die Liebenden haben nicht zur Vereinigung im Tod gefunden. Das Sterben ist mal wieder nicht gelungen. Die allgemeine...