Herzkasper
Traurig ist Frau Tod, sehr, sehr traurig. Sie macht den Job schon so lange, aber noch nie, sagt sie, noch nie wollte irgendjemand mit ihr ins Bett gehen. Dabei gäbe es doch immerhin Amputiertenpornos. Sogar Amputierte, schließt sie messerscharf, hätten also Sex. Nur sie nicht. Das sei ungerecht. Frau Tod ist ziemlich am Ende. Sie ist die letzte Nummer in der vielleicht letzten Show im «Ha Ha Hole», einem heruntergekommenen Londoner Club, in dem das Lachen das Trinken befördern soll – und umgekehrt.
Ihre Aufgabe: die Abberufung von Harry Stophanes, dem Entertainer und Moderator, der hier schon 25 Jahre lang dieselben Witze gemacht hat. Nach hunderten von Comedians, Faxenmachern und Blödelbarden tritt jetzt für ihn der Herzkasper auf.
Tödlich komisch ist das Ende von «Stand up», einem Musical für Schauspieler, Opernsänger und Laienchor, das der Komponist Richard Thomas und der Texter Stewart Lee für das Staatstheater Hannover geschrieben haben. Man brüllt nicht gerade vor Lachen, wenn Frau Tod den verkrachten Entertainer Harry Stophanes in ein antarktisches Paradies entführt, wo Pinguine unbeholfen herumwatscheln und «Flap-Flap» singen, wenn sie mit ihren Stummelflügelchen schlagen. ...
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