Herr der Zahlen
In Frankfurt wird das Schauspiel wieder groß geschrieben. Nach acht Jahren «schauspielfrankfurt» unter Elisabeth Schweeger hat Oliver Reese sich auf alte Tugenden besonnen. Deshalb heißt das Kleine Haus nun wieder Kammerspiele, das Große Haus Schauspielhaus, und statt der Schmidtstraße werden das Bockenheimer Depot und eine schwarze Box im Foyer bespielt. Es gibt auch wieder richtige Programmhefte, die in letzter Zeit in der Frankfurter Zettelwirtschaft rar geworden waren, und eine neue Bestuhlung. Man sitzt also wieder besser im Theater am Willy-Brandt-Platz.
Statt Performance, Installation und Kunstaktionen, mit denen Schweeger eine programmatische Neuausrichtung des städtischen Kulturstiefkinds versucht hatte, gibt es Theaterkost nach bewährtem Rezept. Tschechow, Brecht, Hauptmann und Ibsen, dazu Shakespeare, Molière und mehr, inszeniert von republikweit bekannten Regisseuren.
Mit den «großen Stoffen» will Reese die überdimensionale Bühne des Schauspielhauses, die größte in Deutschland, bezwingen. Irgendwann soll es dort auch Raum für neue Stücke geben, die vorerst in die kleineren Spielstätten ausgelagert sind. Immerhin hat Reese für drei Jahre den Nachwuchsdramatiker Nis-Momme ...
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