Helden gibt’s im Epos
Wie lässt sich die Ilias mit heutigen Kriegen verbinden? Über den Kriegsanlass wohl kaum: Selbst wenn man Michelle Obama oder Carla Bruni die Attraktivität einer schönen Helena
zusprechen würde, dürfte keiner der beiden staatenlenkenden Ehegatten wegen der Entführung seiner Frau sämtliche Verbündeten mobilisieren können für einen gnadenlosen Eroberungskrieg gegen den Entführer, gewissermaßen eine «Operation Enduring Marriage».
Die jüngste Stuttgarter Arbeit von Volker Lösch und seiner Dramaturgin Beate Seidel verknüpft eine Ilias-Adaption (nach der umgangssprachlichen Übersetzung von Raoul Schrott) mit Fakten zum Ifar-Einsatz in Afghanistan und Interview-Aussagen eines Bundeswehr-Veteranen: Wenn das eigentlich kriegsmüde griechische Heer sich vom demagogisch geschickten Odysseus wieder aufpeitschen lässt, wird direkt danach erzählt, wie sich Soldaten mit Kriegserfahrung zurück in diese Extremsituation sehnen. Wenn Agamemnon einen sich ergebenden Trojaner hinmetzelt, wird berichtet, wie ein
Vorgesetzter die Schändung der Leichen von Bombenattentätern kommentiert: «Ihr könnt sie auch anzünden, ist mir egal.» Und wenn nach der großen Schlacht Griechen und Trojaner ihre Gefallenen ...
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Theater heute Dezember 2011
Rubrik: CHRONIK, Seite 51
von Andreas Jüttner
Das stärkste Bild hat Karin Henkel an den Anfang gesetzt: Nebel, der alles überdeckt. Nur schemenhaft erkennt man darin Menschen und Raumumrisse. Unschärfe als Gebot der Stunde? Von bürgerlichem Realismus ist wenig zu merken, stattdessen hat Henkel ihre Inszenierung irgendwo zwischen expressionistischem Stummfilm und Film noir angesiedelt. Dazu gibt es einen...
Aalen, Theater der Stadt
Kasse: 07361/52 26 00
1. Dürr, Saffan und Krump
R. Danielle Strahm
3. Ringsgwandl, Die Tankstelle der Verdammten
R. Ingmar Otto
Basel, Theater
Kasse: 0041/61/295 11 33
2. Preußler, Krabat
R. Tomas Schweigen
9. Kleist, Der zerbrochne Krug
R. Ronny Jakubaschk
Bautzen, Volkstheater
Tel.: 03591/584 225
2. nach Fontane,...
Im Jubiläumsjahr 2011 ist Heinrich von Kleist 200 Jahre tot und Adolf Dresen, der in den 70er Jahren ein großer Kleist-Regisseur in der DDR war, zehn. «A. ist jetzt tot», mit diesem Satz enden viele Kapitel der «Bilder von A.», in denen ohne große Versteckspielerei Barbara Honigmann die Geschichte ihrer schwierigen Liebe zum 15 Jahre älteren Dresen erzählt, durch...
