Heimat nirgends
Flüchtlinge haben ja längst eine Maßeinheit: Man gibt sie in Hunderten oder Tausenden an, in den Zeitungen und im Fernsehen begegnen sie uns als Masse, namenlos bleibt der Einzelne, sein ganz individuelles Schicksal unerzählt. Der junge, aus Kiew stammende Autor Dmitrij Gawrisch hat sich für sein Stück «Brachland» zwei Menschen herausgegriffen aus dem Pulk, der die Heimat verlässt, um etwas Besseres als den Tod zu finden.
Ivan und Oleg bleiben auf ihrem Weg aus Osteuropa irgendwo im Westen hängen, wo sie sich Arbeit erhoffen, ein Einkommen, das sie denen schicken können, die sie zurückgelassen haben. Das ist der Plan – eine Erfüllung wird nicht garantiert.
Vielleicht ist der Ort, an dem man in Jena dieses kleine, in seiner Vorhersehbarkeit etwas harmlose Stück spielt, gar nicht so falsch: Auf der Unterbühne, also quasi im Keller, treffen wir die zwei Männer, die am Rand der Gesellschaft, ganz unten angekommen sind. Die Hoffnungen erwiesen sich als falsch: Sie sind Illegale, sie verstecken sich, sie sind pleite – ihr Traum ist zertrampelt, ihre Existenz brüchig. Vorbei auch die Zeit, in der sie sich noch mit Lügen und Selbstbeschwichtigungen bei Laune halten konnten. In dieser ...
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Theater heute Februar 2015
Rubrik: Chronik Jena, Seite 52
von Bernd Noack
Sie kommen aus dem Norden. Die Grenze ist löchrig, und Schlepperbanden besorgen den Rest: zu Fuß, über das Land, herunter vom Hochplateau, aus den angrenzenden Nachbarländern Zimbabwe, Mosambik, Angola, aus Zentralafrika, dem Kongo, aber auch aus dem Nordwesten, Senegal, Elfenbeinküste.
Sie kommen aus dem Süden. Zu Fuß, durch die Wüste, überqueren Landesgrenzen des...
Ohne weiteres kann man die Frankfurter Aufführung als Film beschreiben, stellenweise sogar als erstaunlich gelungenes Remake jener Verfilmung von 1951 mit dem jungen Marlon Brando, an die in diesem Zusammenhang alle denken: zwei bühnengroße Leinwände, auf denen die Schauspieler meist in Close-Ups zu sehen sind, meist sehr close, dazwischen eine entsprechend...
Nirgendwo sonst greifen Kultur und Natur so segensreich ineinander wie in der
Kinderwunschpraxis: Felicia Zellers «Wunsch und Wunder», das in der Saarbrücker «Alten Feuerwache» (!) nach angemessener Probenwehenphase seine Uraufführung erlebt – der Stückabdruck.
Stefanie Reinsperger hat im Wiener Akademietheater Wolfram Lotz’ «Die Lächerliche Finsternis» und Ewald...
