Hamburg: Armin Chodzinski «Allegorie der Unsterblichkeit»
«Parents love to watch their kids grow», sagt Ökonomie-Guru Denis Meadows. Ein Jahr, zehn Jahre, fünfzehn Jahre. Spätestens mit 18 aber dürfen die Kinder nicht mehr wachsen, spätestens dann bekommt rein quantitatives Wachstum einen Zug ins Monströse, Unheimliche und sollte durch eine qualitative Entwicklung ersetzt werden. So ist das, mit Eltern und Kindern.
Unbegrenztes Wirtschaftswachstum ist ebenfalls nicht der Weisheit letzter Schluss, seit 40 Jahren: Damals veröffentlichte der Club of Rome seinen ersten, viel gelesenen Bericht namens «Grenzen des Wachstums».
Allein: Viel Wirkung zeigt er nicht. Sobald eine Volkswirtschaft in die Krise gerät, ist der erste (und meist auch einzige) Lösungsansatz, dass das Wachstum wieder in Schwung kommen müsse. Der Ex-Manager, Künstler und Performer Armin Chodzinski interpretiert grenzenloses Wachstum als Wunsch nach Unsterblichkeit: Wer immer weiter wächst, lebt ewig. Unsterblichkeit aber, das ist der Clou an Chodzinskis Lecture Performance «Allegorie der Unsterblichkeit – Was Sie schon immer über Wachstum wissen wollten» im Hamburger Kulturzentrum Kampnagel, ist unmenschlich.
Chodzinski trägt eine Kastenbrille, einen leidlich sitzenden ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juni 2014
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Falk Schreiber
Herbert Fritsch was here. Das war 2010, Fritsch inszenierte in Schwerin Hauptmanns «Biberpelz», zunächst nicht gerade begeistert aufgenommen; aber nach der Einladung zum Theatertreffen 2011, dem Startschuss für Fritschs fulminante Spätkarriere landauf, landab, sind die Spuren, die er in MeckPomm hinterließ, unübersehbar. Er selber hat zwar nur noch einmal dort...
Der «Restlebenswertindex» aus Gert Roland Stiepels Hörspiel «Abschiedsgeschenk» (NDR) bleibt als Schlagwort wohl jedem in Erinnerung, der diese pechschwarze Satire zum Thema Vergreisungsnotstand in Deutschlands naher Zukunft hört. Er berechnet die Kosten der noch erwartbaren Lebenszeit gegen den gesellschaftlichen Vorteil, diese freiwillig zu verkürzen. Für eine...
Seit einigen Monaten scheint Sasha Waltz unter keinem sonderlich glücklichen Stern zu agieren. Zu Beginn des Jahres sah sich die Choreografin zu einem Schritt gezwungen, wie er schmerzlicher kaum sein könnte: Sie musste die Tänzer ihrer Compagnie, die sich bislang unter dem Schirm der GmbH Sasha Waltz & Guests befanden, entlassen. Was freilich nicht das Ende der...
