Schwerin: Alfred Jarry «König Ubu»
Herbert Fritsch was here. Das war 2010, Fritsch inszenierte in Schwerin Hauptmanns «Biberpelz», zunächst nicht gerade begeistert aufgenommen; aber nach der Einladung zum Theatertreffen 2011, dem Startschuss für Fritschs fulminante Spätkarriere landauf, landab, sind die Spuren, die er in MeckPomm hinterließ, unübersehbar. Er selber hat zwar nur noch einmal dort inszeniert, den «Diener zweier Herren», aber Fritsch können auch andere.
Z.B.
Christian Weise, der auch einmal Schau-(und Puppen-)Spieler war und sich jetzt in Schwerin den «König Ubu» von Alfred Jarry vornahm, diesen Vorläufer von Dada und Surrealismus, der 1896 aus einem anarchischen Pennälerscherz entstand und durch sein Eingangs-«Merdre» («Schreiße») als Skandalstück unsterblich wurde. Die Geschichte vom verfressenen, gierigen, rücksichtslosen Père Ubu, der sich von seiner Lady Macbeth Mère Ubu am Gängelband zum Aufstand gegen den polnischen König und zur systematischen Ausbeutung und Vernichtung von Volk und Gefolge führen lässt, ist die ideale Vorlage für ein wüstes Spiel vom Tier im Menschen, zum Lachen gemein, brutal und doof.
Weise hat ideale Kombattanten fürs lustvolle Ausmalen dieses furzenden, fressenden ...
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Theater heute Juni 2014
Rubrik: Chronik, Seite 53
von Barbara Burckhardt
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