Haltet den Dieb!
Eigentlich dürfte Martin Crimps «In der Republik des Glücks» gar nicht so schwer zu inszenieren sein, gerade wenn man von höherer Regiekunst mal absieht. Der erste Teil ist eine Fingerübung in schwarzer Komödie: Eine reizende Familie sagt sich beim trauten Weihnachtsessen so ziemlich alles, was sie noch nie von sich hören wollte. Was natürlich einen respektablen Grad an bürgerlichem Illusionstheater voraussetzt, um nicht bloß albern zu sein.
Der zweite Teil ist eine figurenfreie Sammlung von Statements über die «Grundfreiheiten des Individuums», unterteilt in fünf Kapitel zu Themen wie Therapie, Schönheitswahn oder Selbstbestimmung: eine sarkastische Steigerung von Bekenntnistexten angeblich freier Individuen, die immer absurder und unfreier werden und natürlich die Fähigkeit zu Ironie und Sarkasmus voraussetzen. Der dritte Teil ist noch eine kleine Zweipersonen-Studie zu den Szenen einer glücklichen Wohlstandsehe, der mit jedem Wort die Wirklichkeit weiter entgleitet. Dafür gibt es in der Theater- und Filmgeschichte Beispiele. Soweit also drei lösbare Aufgaben.
Regisseur Rafael Sanchez und Bühnenbildnerin Janina Audick haben alle drei souverän ignoriert. Der erste Teil ist in ...
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Theater heute Januar 2014
Rubrik: Akteure, Seite 35
von Franz Wille
Superman-Comics, die die westliche Welt gegen das Böse verteidigen, gibt es wie Sand am Meer. Rebekka Kricheldorf hat sich nun dem Weltenretter gewidmet, der seit 1940 unter dem Namen Captain America alles eliminiert, was sich gegen die Supermacht USA stellen könnte. Sein erster und wichtigster Fall war Hitler, dann kamen Stalin und im Zuge der paranoiden...
Es riecht nach Äpfeln und sieht nach DDR aus im alten Kino im sächsischen Königstein, wo die zweite Doppelpass-Produktion der Landesbühnen Sachsen und der Tanzcompany Bodytalk stattfindet. Im Saal mit seinen grünen Stofftapeten, den ocker-braunen Vorhängen und dem holzbefeuerten Bollerofen scheint die Zeit nicht erst 1989 stehen geblieben zu sein. Anna Viebrock...
Rund 100 Lichtstimmungen für etwa 70 Minuten Hörspiel? Das kann, selbst bei Aufzeichnung vor Publikum, keine gewöhnliche Radioproduktion sein. War es auch nicht: Zum zehnjährigen Bestehen gönnten sich die ARD-Hörspieltage das Experiment, Robert Wilson zur ersten Hörspielarbeit seiner Laufbahn einzuladen. Das bescherte dem seit 2006 im Karlsruher Zentrum für Kunst...
