Halbwelttheater

Götz Spielmann «Imperium»

Theater heute - Logo

Der österreichische Filmemacher Götz Spielmann (Jg. 1961) hat im Auftrag des Linzer Landestheaters sein erstes Stück geschrieben. Bevor er sich an die Arbeit machte, hat er Shakespeare gelesen. «Das hat mich dankenswerterweise inspiriert», verrät der Autor im Programmheft. 

«Imperium» hat zwar nichts mit Shakespeare zu tun. Aber wenn man so will, kann man Spielmanns Erstling als eine Art Königsdrama lesen. Der König ist hier allerdings ein Bordellbetreiber namens Wessely.

Der Mann hat sich im Lauf der Jahre ein kleines «Imperium» aus elf einschlägigen Betrieben aufgebaut, aber wenn das Stück beginnt, machen sich schon erste Risse im Gebälk bemerkbar: Obwohl Wessely gute Kontakte zur Polizei pflegt, werden in seinen Lokalen neuerdings ungewöhnlich häufig und manchmal sogar unangemeldet Razzien veranstaltet. Der Verdacht erhärtet sich, dass die Konkurrenz von einem Spitzel aus den eigenen Reihen mit Informationen versorgt wird. Wie sich herausstellen wird, ist Wesselys Geliebte die undichte Stelle; zu Unrecht hat der Provinzpate seine rechte Hand Ronnie verdächtigt. Dieser beginnt derweil ein Liebesverhältnis mit Wesselys Tochter Palucca, die Cello spielt und im Bett deshalb zu ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute März 2007
Rubrik: Chronik, Seite 40
von Wolfgang Kralicek

Vergriffen
Weitere Beiträge
Kunst oder Bildung?

1. Einführung und Warm-up

Dramaturgische Gesellschaft Wir begrüßen Sie zu unserer Podiumsrunde. Der Veranstaltung haben wir den Titel gegeben «Die Kunst der Vermittlung – Chancen und Risiken für das Theater». Ist das allein eine Aufgabe der professionellen Kunstvermittler, der Theaterpädagogen? Oder hat es auch Folgen für die Künstler selbst? Denn auf den ersten...

Vergangenheit en gros

Links und rechts hängen, stehen und ticken sie: Wanduhren, Standuhren, Kuckucksuhren aus Holz, Metall, Plastik. Hier hat jemand nicht nur Omas Dachboden ausgeräumt, sondern auch gleich den ihrer Nachbarn und Bekannten. Agnes heißt die Frau, die sich auf kleinteilige Nachlassverwaltung spezialisiert hat. Gelangweilt von ihrem Leben mit Mann und Tochter in spießiger...

Menschen auf dem Lande

Irgendwo im weiten Land, mitten in der Steppe: Mirja und ihr gehbehinderter Mann Sascha leben auf einem schwer zu bewirtschaftenden Bauernhof und sind seit langer, vielleicht allzu langer Zeit ein Paar. Ihr Nachbar Palle ist ein Intellektueller auf Rückzug, der glaubt, ein Buch schreiben zu müssen. Eines über die Einsamkeit, die selbst gewählte natürlich, denn aus...