Kunst oder Bildung?
1. Einführung und Warm-up
Dramaturgische Gesellschaft Wir begrüßen Sie zu unserer Podiumsrunde. Der Veranstaltung haben wir den Titel gegeben «Die Kunst der Vermittlung – Chancen und Risiken für das Theater». Ist das allein eine Aufgabe der professionellen Kunstvermittler, der Theaterpädagogen? Oder hat es auch Folgen für die Künstler selbst? Denn auf den ersten Blick scheint die Vermittlungsarbeit von Kunst für alle Seiten Vorteile zu bieten.
Vermittlung stärkt die Schlüsselqualifikationen, die Softskills junger Menschen, stiftet Dialoge über die Künste, über die Inhalte und über die Gegenstände, über tiefe Erfahrungen und tiefe Einsichten, beschert außerdem den Theatern neue und neugierige Zuschauer, generiert Arbeitsplätze für Künstler und Kunstpädagogen, schafft eine gesellschaftliche Legitimation für Kulturbetriebe, stellt neue Kontakte und Kooperationen zwischen Schulen und Theatern, Schülern und Künstlern her, verbessert das gesamtgesellschaftliche Klima. Es gibt natürlich auch Risiken. Vermittlungsaufgaben ziehen Gelder von der Kunstproduktion ab. Die Kunst gerät in Gefahr, funktionalisiert zu werden und verliert Autonomie und Zweckfreiheit im Schillerschen Sinne. Künstler ...
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In den ersten Jahren nach 1945 war Berlin eine schwarzweiße Stadt. Die Kameraleute, die in den Ruinen arbeiteten und den Menschen dabei zusahen, wie sie den Schutt des Untergangs wegräumten, drehten in Schwarzweiß. Billy Wilder, der mit Marlene Dietrich in die Stadt kam, um die Komödie «A Foreign Affair» zu drehen, filmt ebenfalls in Schwarzweiß. Die...
1923 in Berlin, auf dem Dach der Schallplattenfirma Vox in der Potsdamer Straße, wird der erste Sender für den Unterhaltungsrundfunk eingerichtet. Was das neue Medium beinhalten soll, ist noch ebenso offen wie die Frage, wer es beherrschen wird. Aber wohl nicht ganz zufällig geht es buchstäblich auf den Schultern des akustischen Massenmediums los, das den Rundfunk...
Mit diesem bürgerlichen Trauerspiel ist es eine komplizierte Sache. Seit Fritz Kortners vielgerühmter Inszenierung von 1970 gilt es als ausgemacht, dass Galottis Tochter den Prinzen von Guastalla «liebt», in ihn verknallt ist oder wie immer wir dieses eigentümliche Nervenspektakel einer widersinnigen Anziehung nennen wollen.
Das macht allerdings weder die Deutung...
