Hair Metal

Staatstheater Braunschweig: Tennessee Williams «Die Katze auf dem heißen Blechdach"

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Ein Geschenk. Florian Etti hat die Bühne des Braunschweiger Staatstheaters als Geburts–tagspäckchen verpackt, mit rosalieblichen Streifen und abgerundeten Ecken, an denen sich trefflich abrutschen lässt, wenn sich jemand in rebellischer Wut gegen die Wände wirft. Das Bühnenbild mag zwar süßlich aussehen, aber man braucht sich nichts vorzumachen: Man sieht diese Geschenkverpackung von innen. Und von innen ist es einerlei, ob man sich im Käfig befindet, in der Großfamilie oder im Geschenkpaket – man kommt nicht raus.

Anna Bergmann hat Tennessee Williams’ «Katze auf dem heißen Blechdach» in eine konsequent künstliche Welt verfrachtet. Alles ist hier süß, dumpf und glatt, und wenn mal ein körperliches Begehren an die Oberfläche drängt, dann in Gewaltform. Oder aber sublimiert: als Kumpelhomoerotik beim Football, als Reproduktionswahn, als cleaner Cheerleadersex. In einer anrührenden Videosequenz (Uli Plank) sehen wir kurze Moment–aufnahmen aus dem Ehealltag von Maggie (mit der patenten Erotik der Provinzschönheit: Theresa Langer) und Brick (stumpf dämmernd: Hanno Koffler): körperliche Nähe, die erst vom Prügeln abgelöst wird, dann von Tränen, dann vom Alkohol, in jeder Hinsicht eine ...

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Theater heute Juni 2012
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Falk Schreiber

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