Greatest Living Playwright!
Am 23. April sprühten die britischen Zeitungen, Theaterwebsites, Museumsankündigungen und Online-Event Seiten vor geistreich festlichen Wortspielen wie «Happy Bardsday», «Cakespeare» oder «All the World’s a Cake». Charmante Geburtstagsgrüße zu William Shakespeares vierhundertfünfzigstem. Vor allem aber lag der Stress adäquater Feierlichkeiten in der Luft.
Wie bloß begeht man das Jubiläum der überlebensgroßen Kulturikone? In Stratford bemühte sich die Royal Shakespeare Company um inspirierte Darbietungen: Allerlei Musik in den RSC-Foyers, Stimm-, Bühnenkampf- und Vers-Workshops, eine Shakespeare-Fingerpuppen-Bastelrunde, außerdem Bootsfahrten, auf denen ein RSC-Schauspieler von einem Avon-Ufer zum anderen ein Sonett zitiert, Kostenfaktor 50 Pence. Was vermuten lässt, dass das gutgeölte RSC-Marketing-Department sich mindestens 20 Sekunden lang tiefe Gedanken über den runden Geburtstag ihres Hausautoren gemacht hat. Drumherum organisierte der Shakespeare Birthplace Trust ein Feuerwerk und einen kostümierten Umzug, geführt von einem Herren im Pensionsalter mit Shakespearebärtchen und -kragen, der den Verkehr in Stratford angemessen aufhielt. Herrlich.
In London konnte man sich an ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juni 2014
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Patricia Benecke
Tarkowskis zweiter Film «Andrej Rubljow» wurde in den 60er Jahren in zäher Auseinandersetzung mit der sowjetischen Kulturbürokratie gedreht. Der Künstler und sein Verhältnis zur Zeit, in der er lebt, der Künstler, seine Aufgabe und seine Krisen – das sind Tarkowskis Themen, die er an Rubljow abhandelt, dem berühmtesten russischen Ikonenmaler im 15. Jahrhundert, der...
Zu Beginn der Performance «Frühlingsopfer» schieben sich die erwachsenen Mitglieder des Theaterkollektivs She She Pop – darunter einige, die selber Mütter sind – konfirmandenhaft an den rechten Bühnenrand. Johanna Freiburg erzählt, wie sie als Kind auf einem Fest «mit allen Mitteln» versucht hat, ihre Mutter am Tanzen zu hindern: «Im Nachhinein habe ich mich...
Herbert Fritsch was here. Das war 2010, Fritsch inszenierte in Schwerin Hauptmanns «Biberpelz», zunächst nicht gerade begeistert aufgenommen; aber nach der Einladung zum Theatertreffen 2011, dem Startschuss für Fritschs fulminante Spätkarriere landauf, landab, sind die Spuren, die er in MeckPomm hinterließ, unübersehbar. Er selber hat zwar nur noch einmal dort...
