Glaube, Hoffnung, Liebe
Ja, ich bin in Wolgograd geboren. Kennen Sie wahrscheinlich besser als Stalingrad. Und ja, wir haben den Krieg gewonnen!», kontert Marianna Salzmann mit einem angriffslustigen Lächeln, wenn man sich vorsichtig ihrem «Hintergrund» nähert. Spiel, Satz, Sieg, versenkt. «Ich bin jiddischer Witz, eine Jüdin aus Stalingrad, die jetzt in Deutschland lebt.» Über ihr Jüdisch-Sein redet sie viel und offen, auch darüber was es heißt, eine jüdische Mutter zu haben. Aber eine jüdische Mutter ist keine private Angelegenheit, sie ist eben auch ein Topos der Weltliteratur.
Auf ihr liegt die ganze Last und Verantwortung, das Überleben einer oft verfolgten Minderheit zu sichern.
Ihre Kinder sollen wachsen und blühen, sie sollen der Stolz ihrer Familie, ja ihres Volkes sein, und alle, die Nachbarn und die ganze Welt, müssen dann endlich sehen: Wir sind nicht schlechter! Oder sie muss zumindest immer neuen Stoff liefern für wunderbare Witze über sie.
Aber genug des interpretatorischen Forschens in der Biografie einer Autorin, denn der emanzipatorische Kampf um gleiche Rechte und Anerkennung steht paradigmatisch für viele moderne Konflikte um Migration und um das Aufeinandertreffen von Minderheiten und ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 194
von Jens Hillje
A
Jörg Albrecht
Anarchie in Ruhrstadt (Theater Oberhausen in Koproduktion mit Ringlokschuppen Mülheim)
Arna Aley
Die letzte Soirée (Wolfgang Borchert Theater Münster)
andcompany&Co.
Orpheus in der Oberwelt: eine Schlepper-Oper (HAU Berlin)
Thomas Arzt
Johnny Breitwieser (Schauspielhaus Wien)
B
Ruth Johanna Benrath
Klassenkämpfe (Landestheater Coburg)
Kai Ivo Baulitz
Die...
Von allem das Beste! 44 Kritiker haben wie jedes Jahr gedacht, gerungen, mit sich gekämpft, alle ästhetischen Maßstäbe geprüft und wenn nötig gesprengt, die sensiblen Nerven bis zur völligen Erschöpfung strapaziert, um zum Saisonschluss als letzte herkulische Anstrengung Bilanz zu ziehen, schwierigste, persönlichste und gleichzeitig allgemein gültigste...
Ich stelle mir ein Theater vor, das mit 500 Menschen in einem Original-Gerichtssaal spielt. Ich stelle mir ein Publikum vor, das als Fahrrad fahrende Horde das Leben in einem Park neu choreografiert. Regisseure, die in den Laboratorien der technischen Universität mit Forschern Holografieperformances entwickeln. Ein Ensemble aus wechselnden Stadtbewohnern, das in...
