Geknickte Schatten
Schuhe aus Beton muss Fandra Fatale tragen, damit sie nicht den Boden unter den Füßen verliert und endlich ihr Leben meistern kann. Albert Wegelin erinnert an Hermann Melvilles Bartleby und sein «Ich möchte lieber nicht» und wird doch ohne sein Zutun plötzlich ein mutiger Wut-Bürger. Der fette Karl Klotz ist in eine schwerelose Seiltänzerin verliebt. Herr Kleinmann, Bumke, Mo und Po. Die Figuren, die der Autor Lukas Linder erschafft, verlassen einen nicht mehr, wenn man ihnen erst einmal in einem seiner Texte begegnet ist. So auch Heinrich Walter Nichts.
Also eigentlich heißt er Heinrich Walter Frank. Und er ist Boxer. Genannt «Die Nase». Zumindest am Beginn der Geschichte, die Lukas Linder in seinem Stück «Die zweieinhalb Leben des Heinrich Walter Nichts», das am Schauspiel Leipzig seine Uraufführung erleben wird, erzählt. Wie es dazu kam, lässt uns der Autor in Rückblenden nachvollziehen, von seiner Kindheit an.
Der kleine Heinrich Walter Frank ist ein Außenseiter. Selbst sein Schatten sitzt geknickt in der Ecke, wenn wieder einmal jemand auf ihn eingeprügelt hat. Auf Anraten besorgter Lehrer versucht sein verschrobener Vater, ihm zu ein wenig Gesellschaft zu verhelfen. Doch das ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 187
von Esther Holland-Merten
Franz Wille (im Intendantinnen-Zimmer) Schönes Büro, man kann hier schon ein bisschen abheben.
Karin Bergmann Hier in dem Zimmer eher nicht. Das Burgtheater birgt zwar immer die Gefahr, dass es so etwas potenziert, aber das ist mehr ein Phänomen für die Feststiege. Hier im Büro holt einen dagegen ständig die Realität ein. Ich hebe nur ab, wenn ich unten auf der...
Zuerst stellt sich für mich sogleich die Frage, wie der Ort für dieses Traumangebot aussieht. Wo ich bin, ganz real.
Und da tauchen auch schon drei ehrwürdige Hallen auf. Ein Park mit alten Bäumen, einen Biergarten hat es, unmittelbar an einem breiten, langsamen Fluss. Das beeindruckt mich besonders. Ein unbestechlicher Begleiter, Einmitter, Erregungshemmer, der...
Quiara Alegria Hudes hat mit «Water by the Spoonful» ein well-made play geschrieben, das die reale mit der virtuellen Welt verbindet. Wie viele amerikanische Stücke handelt auch dieses von einer Familie und deren vielen kleinen Dramen, die langsam nacheinander aufgedeckt werden. Besonders wird das dadurch, dass die Familiengeschichte um eine virtuelle zweite...
