Freiheit, auch nur ein Wort
Mannsbilder sind ja so hirnverbrannt. Müssen dauernd imponieren. Am meisten sich selbst. Brauchen Feinde, auf dass sie kämpfen, schlachten, sterben können. Es macht also durchaus Sinn, dass Schillers «Räuber!» – denen Regisseur Stephan Rottkamp für seine Freiburger Fassung ein todschickes Ausrufezeichen angedichtet hat – dass diese Räuber eingangs lang und stumm und möglichst actionfilmreif in den Saal starren, als sei der Showdown nahe. Noch seid ihr sauber, Desperados.
Franz Moor ist kein Mannsbild. Nicht in diesem Räuberstück.
Hans-Jochen Wagner gibt den Franz als weinerlichen Rollkragenintriganten. Einer, der beim verkalkten Papa (Jürgen Stößinger als Graf von Moor) das Sofa hütet und sich klaglos ohrfeigen lässt wie ein Achtjähriger. Der sich nichtsdestotrotz darauf versteht, dem Greis Gemütsgift einzuträufeln. «Nicht füttern» kritzelt Franz vor seinen unschuldweißen Wohnverschlag im Souterrain der Bühnenschräge, bevor er sich fürs Publikum auf der Monologcouch offenbart.
Szenenwechsel. Sitzen zwei Studenten beim Besäufnis. Sagt der eine: «Prost Moritz». Entgegnet der andere: »Prost Karl». Symbiotisch kippen sie sich eine hochprozentige Zündkerze nach der anderen in die ...
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Für das Theater zu schreiben, ist ein eigenes Ding, und wer es nicht durch und durch kennet, der mag es unterlassen», meinte Goethe am 4.2.1829 zu Eckermann. Diese Maxime ließe sich leicht in «für das Theater zu übersetzen» umformulieren, und leider ist sie noch zutreffender, wenn es um das Schreiben über Theaterübersetzungen geht. Allzu oft gewinnt man den...
Und schon wieder haben wir was gelernt! Die «Bild»-Zeitung berichtete zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal über das Phänomen der «Wanderbaustelle», nämlich über die beiden ganz auf dem Boulevardmist gewachsenen deutschen Gesellschaftsdamen Kader Loth und Tatjana Gsell, die beide Deutschland mit ihren überhaupt nicht gottgegebenen Reizen bezirzen und sich...
Die Dramaturgie ist von klassischer Schönheit: Auf eine gemütliche Introduktion (Einführung der Protagonisten, Ensemblebildung, Problemexposition) folgen sukzessive Zuspitzung, erste Konflikte, Beschleunigung des Tempos bis zum Crescendo, Peripetie, schließlich Showdown und Resultat. Danach die Kritik.
Das Stück heißt: «Zehn Mal bemerkenswert!» Die Protagonisten,...
