Freie Fahrt ins Glück
Die Dramaturgie ist von klassischer Schönheit: Auf eine gemütliche Introduktion (Einführung der Protagonisten, Ensemblebildung, Problemexposition) folgen sukzessive Zuspitzung, erste Konflikte, Beschleunigung des Tempos bis zum Crescendo, Peripetie, schließlich Showdown und Resultat. Danach die Kritik.
Das Stück heißt: «Zehn Mal bemerkenswert!» Die Protagonisten, sieben an der Zahl, repräsentieren die geografische Verteilung der deutschsprachigen Bevölkerung, ansatzweise auch die geschlechtliche (wie bei allen bedeutenden Fragen im richtigen Leben und im Theater überwiegen die Männer). Sie fallen unter den Sammelbegriff «Theaterkritiker», als Ensemble nennen sie sich: «Theatertreffenjury». Das Problem: Sie sind verschieden und müssen unter einen Hut, der heißt «Theatertreffen» und ist die traditionsreiche Veranstaltung, die seit 42 Jahren jeden Mai in Berlin stattfindet. Auch die Aufgabenstellung ist klassisch, nämlich unlösbar, also tragisch: Aus dem Angebot von rund 160 Stadttheatern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, möglichst unter Berücksichtigung sämtlicher freier Gruppen, das «Bemerkenswerteste» herauszufischen. Scheitern als Chance.
Kein Einheitsbühnenbild, ...
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Eigentlich ist die Mutter der Wildente einfach ein dummes Huhn. Gina hat sich vor 15 Jahren vom ehemaligen Arbeitgeber, dem reichen Werle, schwängern und weiterreichen lassen an den Sohn seines gescheiterten Kompagnons Ekdal, Hjalmar, ein Mann mit hochfliegendem Selbstbild und geringen Energien. Ihm hat sie das Kind Hedwig untergeschoben und führt ihm den...
