Frankfurt/Main: Showpferdchen und Erklärbären
Wie ein aufgekratztes Showpferd galoppiert der Hypnotiseur herein, seine schwarzgoldgestreifte Weste spannt über dem Bauch. Sie ist, wie so vieles an diesem Abend, ein Zitat: ein Verweis auf einen verlorenen Glanz. Auf den Zauber, der dem namenlosen Hypnotiseur verlorenging. Doch er steht unter Vertrag und muss also weitermachen – oder zumindest so tun als ob. Denn um das gute alte «Als ob» geht es auch bei «An Oak Tree» von Tim Crouch, das der britische Dramatiker, Schauspieler und Regisseur nun am Schauspiel Frankfurt inszenierte.
Darin trifft ein Hypnotiseur, der vor drei Monaten ein Mädchen überfuhr und dem seither nichts mehr gelingt, auf den Kindsvater, der sich in seine Show schleicht. Ein typisch-britisches well-made Play, 2005 uraufgeführt, das das bekannte Drama von Kindstod, Schuld und Trauer anspielt – mit einem kleinen Kniff: Der oder die Schauspieler*in, die den Vater spielt, wechselt an jedem Abend und tritt ohne Proben auf. Dass sie nichts vom Stück und seiner Inszenierung wissen sollen, wie das Programmheft ansagt, klingt in der überinformierten Gegenwart allerdings wenig plausibel, steht dieses Wissen doch per Fingerwisch zur Verfügung.
Nun denn: Ein*e ...
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Theater heute Januar 2019
Rubrik: Chronik, Seite 57
von Esther Boldt
Zu ikonischer Prominenz hat es vermutlich nur der «Nachtmahr» gebracht. Das Gemälde, das ein kompaktes braunes Teufelchen auf der Brust einer etwas überstreckt dahingegossenen Schlafenden zeigt, flankiert von einem Rappenschädel mit glimmenden Augen, gilt als ein Vorzeigekunstwerk der Gothic Art. Tatsächlich täte man Johann Heinrich Füssli, dem Schweizer Schöpfer...
later that night
i held an atlas in my lap
ran my fingers across the whole world
and whispered
where does it hurt?
it answered
everywhere
everywhere
everywhere
warsan shire - what they did yesterday afternoon
es setzen über oder übersetzen
eine vertragsarbeiterin, die wieder aufgetaucht ist
ihre mutter, die zurückgekehrt ist
ihre tochter, am flughafen
ein vertragsarbeiter, ein...
Burkhard C. Kosminski macht gerne Hausbesuche. Schon ein gutes Dutzend Mal war der Schauspielintendant seit Amtsantritt zu Gast bei Stuttgartern. Kosminski hört gerne zu, und er redet gerne. Jeder kann ihn einladen. Einzige Bedingungen: 8–20 Leute. Essen und Trinken. Und es wird nicht über vormalige Stuttgarter Intendanten geschimpft.
Überhaupt wirkt der «Neue»...
