Ausstellung: Der Maler als Regisseur
Zu ikonischer Prominenz hat es vermutlich nur der «Nachtmahr» gebracht. Das Gemälde, das ein kompaktes braunes Teufelchen auf der Brust einer etwas überstreckt dahingegossenen Schlafenden zeigt, flankiert von einem Rappenschädel mit glimmenden Augen, gilt als ein Vorzeigekunstwerk der Gothic Art. Tatsächlich täte man Johann Heinrich Füssli, dem Schweizer Schöpfer dieses Bildes, aber unrecht, wenn man ihn allein auf Schauerromantik reduzierte.
Der 1741 in Zürich geborene, 1825 in London als Henry Fuseli gestorbene Füssli war ein begeisterter Theatergänger und großer Shakespeare-Verehrer, dessen Vorliebe für dramatische Kippmomente und sublime Seelenlagen sein gesamtes malerisches Oeuvre prägte. Je länger man sich durch die sorgfältig kuratierte und kommentierte Basler Ausstellung «Füssli. Drama und Theater» bewegt, desto stärker der Eindruck, dass es sich hier um so etwas wie humanistisch gebildete Fan-Art handelt: Der studierte Theologe und ordinierte Pfarrer, der allerdings schon nach vier Amtsjahren nach England emigrierte, war Autodidakt auf dem Feld der Malerei, was man seinen Menschendarstellungen durchaus ansieht. Jeglicher Schwerkraft enthobene Brüste, kuriose Verrenkungen, ...
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Theater heute Januar 2019
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Eva Behrendt
later that night
i held an atlas in my lap
ran my fingers across the whole world
and whispered
where does it hurt?
it answered
everywhere
everywhere
everywhere
warsan shire - what they did yesterday afternoon
es setzen über oder übersetzen
eine vertragsarbeiterin, die wieder aufgetaucht ist
ihre mutter, die zurückgekehrt ist
ihre tochter, am flughafen
ein vertragsarbeiter, ein...
Was wissen wir von dem, was wir erfinden? Was wissen wir über Alexa und Siri, über Sex-Bots und Reborn-Babies, über Pygmalions Venus und Frankensteins Monster? Woher wissen wir, dass sie, mit denen wir so viele Affekte und Wünsche verbinden, denen wir uns so zeitintensiv und zugewandt widmen, selbst keine Gefühle haben, kein Bewusstsein? In seiner Uraufführung...
«Wir haben einander 2002 kennengelernt, und als sich 2003 in der Redaktion von ‹Theater der Zeit› ein Vakuum auftat, sprangen wir rein und bildeten, zuerst mit Anja Dürrschmidt, später mit Wolfgang Behrens, für vier Jahre die Redaktion (Nikolaus Merck als guter Geist und inspirierender Gesprächspartner begleitete unser Tun). Kein anderer Kollege hat mich so viel...
