Fragen der Chemie

Geburtswehen, Glückssuche, Depressionen, Liebesfragen – und warum die Welt währenddessen untergeht: All das verhandelt das Londoner Theater zur Zeit mit Stücken von Jez Butterworth, Simon Stephens, Lucy Prebble, Joe Penhall, Shakespeare – und einem Abend von Katie Mitchell

Theater heute - Logo

Nach einer Phase des ehrenwerten Vor-sich-Hindümpelns hat das National Theatre im Moment eine Reihe von Stücken auf seinen Bühnen, die Zug in die Londoner Theaterlandschaft bringen. Schon Wochen vor der Premiere ausverkauft war Simon Stephens’ Bühnenversion von Mark Haddons britischem Bestseller-Roman «The Curious Incident of the Dog in the Night-Time», den wahrscheinlich jeder Bürger im gesamten Königreich mehrmals gelesen hat.

Haddon erzählt aus der äußerst speziellen Perspektive des 15-jährigen Mathe-Genies Christopher, der eines Nachts seinen Nach­barhund Wellington im Garten findet, erstochen mit einer Mistgabel. Christophers Asperger-Syndrom macht seine Suche nach dem Mörder zu einem unendlich anstrengenden Unterfangen. Aber was er sich vornimmt, zieht er durch, egal, wie viel es ihn und seine Umwelt kostet. Der Roman ist bestimmt von Christophers absolutem Unverständnis vieler Dinge, die ihm widerfahren, und durch den Ich-Erzähler erlebt der Leser ungefiltert eine sehr anders strukturierte Realität, in der Primzahlen beruhigend, Berührung und die Farben Gelb und Braun unerträglich sind. Gleichzeitig muss man aber auch viele Leerstellen füllen, um zu verstehen, was ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Februar 2013
Rubrik: Ausland, Seite 45
von Patricia Benecke

Weitere Beiträge
Sinn oder Geld

Eigentlich ein ganz sympathischer Gedanke: Was die Welt im Innersten zusammenhält ist – nichts. Hinter und zwischen den Menschen, Dingen und Verhältnissen regiert kein verborgener Zusammenhang oder sonstige Bestimmungen höherer oder tieferer Art, sondern der reine Zufall. Und wer doch ein bisschen Großstruktur und Zielrichtung braucht, muss äußerst bescheiden...

Die große Flucht

Das vergangene Isra-Drama-Festival, die jährliche Leistungs- und Verkaufsschau der israelischen Theaterszene für Regisseure, Dramaturgen, Intendanten und Literaturagenten aus der ganzen Welt, wäre fast ausgefallen. Der Nahostkonflikt war in eine neue Phase getreten. Selbstmordanschläge erschütterten das Land, die Hamas schoss Mittelstreckenraketen auf israeli­sche...

Premieren im Februar · On Tour · Suchlauf

Aalen, Theater der Stadt
9. nach Renard, Muttersohn/Poil de carotte (U)
R. Katharina Kreuzhage

Altenburg/Gera, TPT
1. nach Kesselring, Arsen und Spitzenhäubchen
R. Tim Heilmann
15. Rame/Fo, Bezahlt wird nicht
R. Bernhard Stengele
16. Waechter, Die Eisprinzessin
R. Sabine Schramm

Anklam, Landesbühne
22. Dürrenmatt, Die Physiker
R. Wolfram Scheller

Augsburg, SEnsemble Theater
9....