Fast wie im richtigen Label
Alles ist heutzutage politisch, sogar Shoppen. Darf man alles tragen, was einem gefällt? Oder muss man an der Wühlkiste auch bedenken, ob für die Produktion des schicken Tops in Sweatshops geschuftet wurde? Ist es unmoralisch, bei H&M einzukaufen, obwohl man sich eigentlich teurere Kleidung leisten könnte? Die in Berlin lebende Grazer Modedesignerin Elisabeth Prantner alias Lisa D. bietet eine zynische Lösung für das Problem an: Ihre Kollektion Boat People macht es möglich, auf Schnäppchenjagd zu gehen und trotzdem viel Geld auszugeben.
Boat People funktioniert so: Man kauft bei H&M zum Beispiel zwanzig Babystrampler, packt sie in eine Kiste und schickt sie an Lisa D.; diese fertigt aus dem Material dann ein Designerteil (Preis: 200 bis mehr als 1000 Euro). Wer bei Boat People schneidern lässt, erhält mit einem exklusiven Einzelstück auch eine mindestens so avancierte Message geliefert: Konsum als subversiver Akt.
Kostüme haben das letzte Wort
Ebenso unkonventionell wie die Kollektion ist auch die Art und Weise, wie sie an die Frau (es gibt nur Damenteile) gebracht wird. Lisa D., die immer wieder im Theaterkontext arbeitet, wollte Boat People nicht auf einer Modemesse, sondern im ...
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