Epizentrum Macht
Abwrackprämie und Autoboom, Lehman-Desaster und Griechenland-Krise, Wikileaks-Original und Guttenberg-Plagiat, Revolution in Arabien und Wutbürger in Stuttgart, Super-GAU in Fukushima und in der FDP, verseuchte Lebensmittel und verklärte Grüne, amerikanischer Staatsbankrott und chinesisches Wirtschaftswunder ...
Seit geraumer Zeit fliegen uns die Großereignisse nur so um die Ohren. Wir brauchen uns dafür nicht mal mehr an die Decke zu strecken. Die Welt kommt uns auf halbem Weg entgegen, denn die Welt steht Kopf.
Ob es sich dabei tatsächlich um buchstäblich Weltbewegendes handelt oder darum, was Medienmärkte und Handelsparkette daraus machen, sei dahingestellt. Beide Szenarien, das historische Ausmaß wie die Maßlosigkeit der Hysterie, führen uns offenbar in die Lähmung. Wir werden auf die Rolle des Spielballs reduziert, den sich die Global Player hin und her schieben. Es geht nicht ums Ergebnis, nicht um Lösungen. Es geht darum, das Spiel der Mächte am Laufen zu halten, um den aussichtsreichen Zwischenstand, den Personal Score, den Kapitalertrag. Und morgen mehr.
Mehr Börse, mehr Beben, mehr Bio. Augenscheinlich, weil tagtäglich massenmedial suggeriert, ist alles in Bewegung. Jedes ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Sebastian Hartmann, Seite 15
von Sebastian Hartmann
Das Bühnenbild des Jahres ist bereits verschrottet, nach der letzten Vorstellung beim Theatertreffen im Berliner Mai reiste das Ensemble von «Tod eines Handlungsreisenden» mit leichtem Gepäck zurück nach Zürich. Sehr zum Ärger von Robert Hunger-Bühler, der in diesem verschwenderischen Traum der fünfziger Jahre, wie ihn Stéphane Laimé für den Regisseur Stefan Pucher...
Amerikanische Familienstücke haben Konjunktur. Auch auf deutschen Bühnen. In Tracy Letts’ Generationenepos «August: Osage County» (2007) kämpften traumatisierte Schwestern mit ihren Ehepartnern und ihrer Übermutter. Und auch in Tony Kushners im Mai 2011 in New York uraufgeführtem Stück «The Intelligent Homosexual’s Guide to Capitalism and Socialism With a Key to...
Der Wutbürger ist sicher nicht die Rettung der Welt, aber so schlecht wie sein Ruf ist er
noch lange nicht. Nur was uns wirklich in Rage versetzt, werden wir auch ändern.
Sich empören ist nicht des Rätsels Lösung, aber ein vielversprechender Anfang. Deshalb wollten wir von Regisseuren, Schauspielern, Intendanten, Dramaturgen und Autoren wissen, was sie wirklich...
