Entdeckung: Aus einem Koffer in New York
Die Filmschauspielerin Marlene Dietrich ist (einer) geheimnisvollen Anziehungskraft in hohem Maße teilhaftig. Sie wirbt ohne Spur werbender Bemühung, lockt und verlockt ohne Absicht oder Wunsch, so zu tun. Auf dem Erregenden, das von ihr ausgeht, ruht der Zauber der Unwillkürlichkeit …
es liegt in der Luft um sie ein Irritierendes, das, so deutlich zu spüren wie leider nur undeutlich zu erklären, vielleicht auch Widerstand, Ablehnung oder Ähnliches aufkommen lassen mag, aber bestimmt nie Gleichgültigkeit.»
Da streckt einer die Waffen.
Da ist einer hoffnungslos dem Charme einer Frau erlegen, deren «Sex Appeal», wie er weiter fast atemlos vor Bewunderung schreibt, «unser Blut ins Träumen» bringt. Da gehen einem beinahe die Worte aus angesichts einer «Sinn- und Triebreizung», eines «Zaubers der Unwillkürlichkeit», schließlich ganz banal wegen dieser Beine «in ihrer ganzen himmlischen Länge». Aber das sind keine Sätze eines pubertierenden Pennälers, der sich vor Sehnsucht vergehend in die unaufgeräumte Tingeltangel-Garderobe einer «feschen Lola» schleicht und in «hosenmatzigen Dessous» wühlt, oder eines gefallenen, ehedem honorigen Professors, der untergehen wird in der Verruchtheit ...
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Theater heute April 2015
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Bernd Noack
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