Einsame Jungmenschen
Eigentlich liefern sie doch besten Komödienstoff, die deutschen Frauen um die 30. Sie reisen wie Marion (Fritzi Haberlandt), frisch promoviert in Kunstgeschichte, allein mit dem Rucksack nach Venedig, laufen dort ihren Eltern in die Arme und müssen feststellen, dass sie noch immer vor allem Töchter sind. Oder: Sie besuchen wie Caro (Karina Plachetka) ihre beste Freundin, die für ein Theaterengagement in eine ostdeutsche Stadt gezogen ist, und tun genau das, worum die beste Freundin sie gerade inständig gebeten hat: doch bitte nicht mit ihrem neuen Freund zu schlafen.
Oder sie kriegen wie Ellen (Maria Simon) so ein komisches Kinderwunschfunkeln in die Augen, sobald ihnen ein Familienvater aus der tiefsten amerikanischen Provinz das Glück schildert, seinem vierjährigen Stöpsel das erste Paar Sneakers zu kaufen.
Alle drei Geschichten stammen aus Judith Hermanns zweitem Prosaband «Nichts als Gespenster» (2003), in dem die 1970 geborene Berlinerin die Seelenhaushaltserschütterungen junger Großstadtbewohnerinnen in Schwermut taucht. Ohne eigene Familien oder berufliche Leidenschaften, dafür mit vagen Glücksambitionen ausgestattet, treiben sie durch die Welt und können sich, fern vom ...
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In diesem «Ödipus» geht ein gezackter, mit Glas oder Plexiglas bedeckter Graben durch den Zuschauerraum (Bühne Karl-Ernst Herrmann). Wie ein Blitz des Zeus! Ob der tatsächlich mit Licht gefüllt wird? Oder Blut?
Die Zuschauerrampe ist schwarz und steil abfallend, die Bühne steht auf einem Metallgerüst, das wiederum im Wasser steht, und ist schwarz und steil...
Ein wenig ist das wie Wrestling, wie Schattenboxen da vorne auf der breiten Bühne des Velodroms; und dann kommen auch noch Ausdruckstanz-Verrenkungen dazu, wie man sie aus der Raumschiff-Orion-Disco kennt: So versucht Regisseurin Petra Wüllenweber in ihrer «Penthesilea»-Inszenierung am Regensburger Theater mit ein paar Schauspielern ein großes Schlachtengetümmel...
Als der polnische TV-Serienstar Jacek Poniedzialek sich in der wichtigsten Talkshow des polnischen Fernsehens als schwul outete, hielt die Fernsehnation für eine kleine Schrecksekunde den Atem an. Schließlich ist Homosexualität in Polen (noch) eine öffentlich geächtete, rechtliche Angelegenheit. Und dann geschah: nichts. Mit Ausnahme vielleicht des jähen Endes...
