Eine kleine Geschichte vom Glück
Nimmt man’s genau und nach Homer, steht vor der glücklichen Wiedervereinigung von Odysseus und Penelope ein großes Schlachten: Odysseus tötet die Freier, die sich während seiner 20-jährigen Kriegs- und Irrfahrten zuhause um seine Frau geschart hatten, und die illoyalen Knechte und Mägde gleich mit.
Im Hamburger Malersaal, wo Klaus Schumacher in einem vierstündigen Wagnis die Nachdichtung der «Odyssee» durch den niederländischen Jugendtheaterveteranen Ad de Bont für Menschen ab 12 inszeniert hat, ist das Happy End ungetrübt: Penelope stellt sich dem Gatten friedensbewegt in den Weg, als er den Bogen anlegt: «Es wurde genug gekämpft!» Und der sagt gutmütig «Du hast recht» und legt den Bogen weg, weshalb das nächste und letzte Bild eine Vorblende ist, 35 Jahre später: Das Paar liegt unterm Olivenbaum, Philemon und Baucis, Oma und Opa, gerührt betrachtet von Athene und Hermes.
Es sei ihnen gegönnt, das Idyll. Man hätte sich ja wirklich nicht gerne von einem Massaker den Spaß verderben lassen an dieser spielfreudigen, saukomischen, zärtlich verspielten Homer-Adaption, die Schumacher und seine wunderbaren jungen Sieben da zwischen Götter-Wohnküche und Olivenhain gezaubert hatten. Die ...
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