Ein sehr lebendiger Organismus
Über eine Theateraufführung kann nur schreiben, wer mit eigenen Sinnen und Verstand gegenwärtig war. So dachte man bisher, und so formuliert die Theaterwissenschaft und Theaterkritik ihr leidiges Problem, ein flüchtiges Ereignis analysieren und konservieren zu wollen.
Schon der Versuch eines Kritikers oder wissenschaftlichen Beobachters, während der Aufführung Notizen zu machen, Urteile zu erwägen und Formulierungen zu suchen, trennt ihn vom Publikum, das dem theatralischen Geschehen folgt und im gelungenen Falle nach den Wirkungen und Gesetzmäßigkeiten erlebt, die die Aufführung selbst zu erzeugen vermag. Der zu Urteil und Beschreibung gezwungene professionelle Zuschauer interveniert an dieser elementaren Beziehung von Kunstwerk und Erlebnis. Welchen Einfluss diese Intervention auf die Theateraufführung hat und wann sie zerstörerisch (Urteilszwang und Besserwisserei) oder gewinnbringend (Vorkenntnisse und gesteigerte Neugierde) ist, ist schwer planbar. Das Wahrnehmungsparadox, dass der Beobachter immer schon den Gegenstand seiner Beobachtung beeinflusst, gilt für das Theater und seine Zuschauer in konstituierender Art und Weise. Die Theaterwissenschaft kämpft seit jeher mit ...
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Am Ende können sie froh sein, wenn sie als Toastbrot über die Bühne stolpern dürfen: Die sechs Schauspieler in Roland Schimmelpfennigs «Reich der Tiere» haben wenig erhebende Berufsperspektiven. Eben noch gequälte Routiniers in einem musicalartigen Disneyverschnitt à la «König der Löwen», und nach sechs Jahren anonymer Dienstleistungsdarstellerei, versteckt unter...
Bereits in seiner Botschaft zum Welttheatertag 2007 im März hat seine Hoheit, der Gouverneur des Emirats Sharjah und Mitglied des Hohen Rates der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Dr. Sultan Bin Mohammed Al Qasimi, erhellende Bezüge hergestellt zwischen Krieg und Schönheit: «Die treibende Kraft hinter den Kriegen, die die Menschheit seit alters her...
Vierte Vorstellung. In der Gaußstraße tummeln sich zwei Hundertschaften blondschwänziger Sechzehnjähriger mit reichlich Kajal ums Auge und hiphopbehosten Mitschülern an der Seite und kichern verzückt, wenn Romeo das Hemd fallen lässt und den wohlgeformten Oberkörper zur Besichtigung freigibt. Schon im Foyer wird ordentlich auf die Pauke gehauen. Wir sind geladen...
