Ein Fall für Zweifler
Am liebsten würde Wachtmeister Studer sich vor diesem Fall drücken. Zwei Vermisste in der Psychiatrie Randlingen, ein Patient, dazu der Herr Direktor persönlich, das riecht nach befremdlichen Begegnungen, verzwickten Vernehmungen, unangenehmen Überraschungen. Und sein Riecher hat Studer noch selten getrogen.
Also zaudert der Fahnder. Michael Neuenschwander, der Friedrich Glausers rand- und bodenständigen Krimiserienhelden im Zürcher Schauspielhaus unterm Hotzenplotzbart hervorwuchern lässt, duckt sich unschlüssig vom Foyer aus ins Parkett.
Dass es ihn dann doch durchs blendend weiße Bühnenportal hinauf an den Tatort zieht, liegt an den Anstaltsinsassen, die den Wachtmeister im Chor anlocken wie die Hexe den Hänsel, allerdings mit einem Frühstücksei. Das Ei fliegt durch die Luft, der Studer fängts reflexhaft auf, schon ist er drin, im Fall und im Reich des nackten Unbewussten, wo laut Stück- und Romantitel «Matto regiert». «Matto», so viel weiß der Studer vorab, nennen die Italiener ihre Irren.
Ermittlungen ins Leere
Sebastian Nübling hat Glausers zweites Wachtmeister-Studer-Buch von 1936 in einen Tagtraum von einem Theaterstück verwandelt. Es handelt sich um eine untypische ...
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Theater heute Juli 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 17
von Stephan Reuter
Aalen, Theater der Stadt
2. Shakespeare,
Ein Sommernachtstraum
R. Tina Brüggemann
12. Schimmelpfennig,
Der goldene Drache
R. Anne Klöcker
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
6. Korber/Hasselwander,
Elfen-Feuer zwischen Felsen
R. Tamara Korber/Ingolf Huhn
Berlin, Schlosspark Theater
6. Veber, Die Selbstanzeige
(Geliebter Schatz)
R. Thomas Schendel
Coburg, Landestheater
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Am Bremer Landgericht hängt seit 1890 ein Glasmosaik, auf dem die Zehn Gebote verzeichnet sind. Angeblich hätten die Nationalsozialisten von den Bürgern verlangt, dieses Symbol eines Primats göttlicher vor weltlicher Macht zu zerstören, die Bremer aber hätten die Tafeln einfach mit Steinplatten verhängt und die Zerstörung nur behauptet. Ob an der Geschichte was...
Der Mann, ein König, ein Tyrann, stürmt aus der Tiefe des Raums im wehenden Mantel, als wolle er alle Welt gleich überrennen. Schon ist er nah, da fährt ein unsichtbarer Blitz ihm in die Glieder, und mit dem Mann scheint auch die ganze Welt für einen Augenblick stillzustehen. Der Mann im Innehalten sagt kein Wort, nur fällt in dieser langen, kurzen Weltsekunde sein...
