Alles Tand
Am Bremer Landgericht hängt seit 1890 ein Glasmosaik, auf dem die Zehn Gebote verzeichnet sind. Angeblich hätten die Nationalsozialisten von den Bürgern verlangt, dieses Symbol eines Primats göttlicher vor weltlicher Macht zu zerstören, die Bremer aber hätten die Tafeln einfach mit Steinplatten verhängt und die Zerstörung nur behauptet. Ob an der Geschichte was dran ist? Jedenfalls zeigt sie, dass die Zehn Gebote für die Hansestadt eine gewisse Bedeutung haben.
So viel Bedeutung, dass Johann Kresnik am Bremer Theater schon vor Jahren eine szenische Bearbeitung des zentralen christlichen Regelwerks in Angriff nahm. Sehr sinnlich geriet ihm das Stück damals, sehr barock, sehr katholisch sowie wegen umfassend zelebrierter nackter Haut auch sehr skandalträchtig.
Zehn Gebote, religionsfrei
Einen Skandal dürfte Dusan David Parizeks Annäherung an den Stoff im Theater am Goetheplatz weniger hervorrufen: Der Ex-Intendant des Prager Kammertheaters bezieht sich auf Krzysztof Kieslowskis und Krzysztof Piesiewicz’ Fernsehreihe «Dekalog» aus dem Jahr 1988, und er verzichtet auf alles, was von der philosophischen Auseinandersetzung mit dem Thema ablenken könnte. Christlich gesprochen: szenische ...
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Theater heute Juli 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 20
von Falk Schreiber
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Wenn der Schluss nicht wäre, das Urteil über Milan Peschels Adaption der Geschichte vom «Mädchen Rosemarie» fiele verdammt eindeutig aus. Peschel greift sich den Mythos der westdeutschen Linken und erzählt nach einem Text von Soeren Voima sehr simpel die Geschichte einer Prostituierten als Parabel auf das böse Nachkriegswestdeutschland. Das Foyer des Hotels...
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Die...
