Ein einziges, zeitloses Grau

Nis-Momme Stockmann: «Das blaue, blaue Meer»

Theater heute - Logo

Nis-Momme Stockmann ist ein heißer Tipp. Verschiedenes hat er bereits geschrieben, einen Film gedreht, war mit zwei Stücken auf den beiden deutschen Stückemärkten. In Heidelberg hat er soeben den Autorenpreis gewonnen. Dabei ist er 28, und seine Stücke sind bis dato nicht aufgeführt. Noch nicht.

 

Wenn man die Stücke junger deutscher Dramatiker liest, fühlt man sich zuweilen an die hiesigen Filmkomödien der Neunziger erinnert: sexy junge Leute im Kulissenfundus, auf der Suche nach dem Wurmloch in die Wirklichkeit. Schonen Prospekte nicht und nicht Maschinen.

Und die Welt ist anderswo. Vielleicht in England. Oder bei Rimini Protokoll.

Und dann liest man «Das blaue, blaue Meer» von Nis-Momme Stockmann (was für ein Name überhaupt) und denkt: Moment mal. Hat der das erlebt? Ist das die Realität?

 

Das Stück hat einen Erzähler namens Darko (schon wieder so ein Name), es ist großenteils einfach sein Bericht vom Leben in der Platte, irgendwo draußen vor der Metropole. Den Begriff «sozialer Wohnungsbau» verwendet Darko, wie es scheint, nicht ungern. Vielleicht, weil es so ein galoppierender Euphemismus ist. Die sogenannte Siedlung ähnelt bestenfalls Becketts «Verwaiser», jener Höhle, deren ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2009
Rubrik: Stücke der neuen Spielzeit, Seite 178
von Andreas Erdmann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Piraten entern uns

90 Prozent des Welthandels werden auf dem Seeweg abgewickelt. Die im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln unschlagbar günstigen Transportkosten, die durch die Konstruktion immer größerer Containerschiffe und Erdöltanker noch weiter sinken werden, sind Voraussetzung für die Entwicklung des grenzüberschreitenden Güterverkehrs und jener nahezu uneingeschränkten...

Vier Elogen...

Samuel Finzi: Einfach da

Zuerst war ich mit Birgit in Sczecinek (Polen). Sie war noch sehr jung, ich – jünger. Ein Jahr später war ich mit ihr in Wien. Dann in Berlin. Ich war mit Birgit auch in Paris. Ich war mit ihr in Athen. Auch in Zagreb und Sarajevo. In Montreal war ich auch mit ihr. 

 

Sogar in Chur (in der Schweiz) war ich mit Birgit. Und ich war mit ihr in...

Voll auf die Zwölf

Ein letztes Mal noch wird Alexander Scheer auf den Brettern stehen, die für ihn nie die Welt bedeutet haben. Dann ist Schluss. Im Herbst gibt er sein Debüt an der Wiener Burg. Stefan Pucher wird Regie führen, Wolfram Koch den Antonius, Catrin Striebeck die Cleopatra spielen, und er selbst keinen Geringeren als Julius Cäsar. «Dann reicht’s wirklich!» Scheer weiß,...