Du sollst Dein Leben nicht vergeuden
Über die zehn Gebote ist im Grunde alles gesagt, seit Moses mit den Tontafeln vom Sinai stieg. «Du sollst nicht töten.» Klar formuliert, versteht jeder. «Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.» Auch klar formuliert. Aber die Menschen halten sich nicht dran. Daher ist eben doch nicht alles gesagt. Was das Schauspielhaus Zürich zu einem Saisonstart mit Geschichten animiert, in denen sich Menschen über ethische Grundregeln hinwegsetzen: In Ibsens «Volksfeind» sind das die Mediendemokraten, in Schillers «Jungfrau von Orleans» eine Gotteskriegerin und ihre Hintermänner.
Und gegen «Die zehn Gebote» verstoßen wir alle.
Der polnische Filmemacher Krzysztof Kieslowski hat 1988 einen Zyklus mit zehn einstündigen Fernsehspielen gedreht. Das war alles andere als eine Bibelreihe. Kieslowski bildete bleierne Moderne ab, er fing die Endzeitstimmung ein, die damals im Ostblock herrschte. Diesen legendären «Dekalog» hat sich das Schauspielhaus Zürich für einen ehrgeizigen Theaterparcours angeeignet. Regisseurin Karin Henkel und Dramaturgin Stefanie Carp zurren die Handlungsstränge kreuz und quer durch die riesige Zürcher Schiffbauhalle. Das Publikum ist in vier Gruppen aufgeteilt, man folgt ...
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Theater heute November 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 13
von Stephan Reuter
Mission accomplished: Die Medien titeln «Skandal», Tierschützer protestieren, Twitter läuft heiß, Kritiker und Theatermacherinnen strömen nach Dortmund, und Intendant Kay Voges distanziert sich rollengemäß «verärgert» von den wilden Aktivisten, die angekündigt haben, das putzige Jaguarbaby Raja im örtlichen Zoo umzulegen.
Level 2 stellt die deutlich größere...
Ein Text für ca. zwei DarstellerInnen
oder eine hochgradig gespaltene Persönlichkeit.
Person 1 (große Person)
Person 2 (kleine Person)
Kann beliebig auf viele große und kleine Personen ausgeweitet werden.
Previously on «Der manische Jugendchor»:
Damals, vor –
sagen wir –
einigen Jahren.
War ich jung.
Und
unendlich
durchschnittlich in meinem...
Trendbewusste Theatermacher pflegen zurzeit ja eher ein angespanntes Verhältnis zu ihrem Publikum. Abende, an denen Kulturaktivisten (wie neulich das Zentrum für politische Schönheit in Dortmund) exklusiv das Auditorium herunterputzen, weil es sich lieber in Yogastudios herumtreibe statt in Damaskus gleichermaßen aktiv gegen den IS und den syrischen Diktator Assad...
