Dresden Staatsschauspiel

Weiberfrei in deutschen Wäldern Schiller «Die Räuber»

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Die Milch macht’s. Genau genommen die Muttermilch, die diesen Räuber-Knaben womöglich etwas früh entzogen wurde. Schlaff sitzen sie in Unterwäsche beieinander und putzen Stiefel, bis Vater Moor um die Ecke kommt, den Stuben­appell abnimmt und sie gestreng in die Heia schickt. Später hocken die Buben in hautengen Lederhosen vor einem idyllischen Waldsee-Panorama, schwadronieren über’s Nonnen-Morden und gönnen sich, ja, ein Fläschchen Landliebe-Milch.

Sebastian Baumgarten fasst Schillers Debütwerk «Die Räuber» also als Problemgeschichte des mutterlosen patriarchalen Haushalts auf, dem das Moor’sche Brüderpaar in unterschiedliche Richtungen entflieht: Franz, der ewig zu kurz gekommene Stubenhocker, bootet daheim mit Raffinesse seinen Vater aus und reißt sich das Erbteil unter den Nagel. Und der idealistische Schwärmer Karl trägt, weil er sich vom Vater verschmäht fühlt, mit seiner Räuberbande Terror ins weite Land. Es sind Männer, die, wie Schiller in seiner Dramenvorrede schreibt, «von Seiten des Geistes gewinnen, was sie von Seiten des Her­zens verlieren». Gepanzerte Männer, würde Klaus Theweleit sagen.

Tatsächlich liest Baumgarten ähnlich wie Theweleit in «Männerfantasien» aus der ...

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Theater heute Juli 2012
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Chritian Rakow

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