Don’t make me fertig
Wie viel Menschen direkt oder indirekt für den Coltan-Abbau im Osten des Kongos ihr Leben gelassen haben, weiß niemand genau. Unter nicht vorhandenen Sicherheitsbedingungen schürfen dort unter anderem Kinder nach dem seltenen Erz, ohne das kein Gerät unserer schönen neuen elektronischen Welt funktionieren würde. Minen stürzen ein, Bürgerkriege toben um den Zugang zu den Bodenschätzen.
Kein großes Thema für uns Dauertelefonierer und E-mail-Checker, ehrenwert also, ihm auf dem Theater Raum zu geben. Eigentlich.
Aus dem poetischen Raunen, mit dem Roland Schimmelpfennig das afrikanische Grauen und das westliche Achselzucken am Hamburger Schauspielhaus zusammenkomponiert, erfährt man allerdings so gut wie nichts über die verheerenden Fakten dieses Zusammenspiels. Es bleibt alles im allegorisch Vagen wie die Namen seiner Figuren: «Der Riese» ist der weiße Betreiber einer Mine im Nirgendwo, «die blinde Frau» verliert bei einem Grubenunglück ihren Mann («der Mann in der Grube») und weint Tag und Nacht ihre Klagegesänge um ihn, bis sich der Riese «unsterblich» in die Singende verliebt, die sich ihm hingibt, damit er ihren Mann ausgräbt. Mit seinen Händen, darunter machen es neo-mythische ...
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Theater heute Juli 2014
Rubrik: Chronik: Hamburg, Seite 52
von Barbara Burckhardt, Anja Sackarendt
Zu «Nora» gehört nicht nur das berühmteste Türschlagen der Theatergeschichte, der Bums am Ende, es gehört auch einer der niedlichsten Ausstattungsgegenstände zu Ibsens Stück. Es ist die Hausherrin selbst, das süße Singvögelchen, die Puppenheimbewohnerin. Für die Tür hat der Bühnenbildner Olaf Altmann in Frankfurt eine geniale Lösung gefunden: Im Hintergrund findet...
Vier Studenten machen einen Ausflug. Per Regionalzug geht es nach Dresden, weiter per Mietwagen in die Lausitz. Ins Wolfsrevier. In die versehrte Landschaft. Ins Herz der Finsternis. «Steppengesänge» von Adele Dittrich Frydetzki, Kristina Dreit, Marten Flegel und Anna Froelicher ist ein vielfach geloopter Reisebericht, der bei jeder neuen Umdrehung ein Stück...
Am liebsten würde Wachtmeister Studer sich vor diesem Fall drücken. Zwei Vermisste in der Psychiatrie Randlingen, ein Patient, dazu der Herr Direktor persönlich, das riecht nach befremdlichen Begegnungen, verzwickten Vernehmungen, unangenehmen Überraschungen. Und sein Riecher hat Studer noch selten getrogen.
Also zaudert der Fahnder. Michael Neuenschwander, der...
