Die zwei Welten des Theaters
TH Anfang dieses Jahres hat die Journalistin Petra Kohse in einem Artikel in der «Berliner Zeitung» die These aufgestellt, dass «‹Freie Kunst› sich heutzutage durch Effizienz und Internationalität» auszeichne. «Das kann die Institutionskunst von ihr lernen. Das künstlerische Experiment indessen findet innerhalb der subventionierten Häuser statt», schreibt die Autorin, die sich ansonsten in ihrem Text mit Förderstrukturen für freies Theater befasst. Das ist überraschend.
Lange Zeit hat sich die Theaterszene – und nicht nur die freie! – genau das Gegenteil erzählt, nämlich, dass Innovation in der Freien Szene passiert: Impulse, die das Stadttheater dann gerne aufgreift und in größeren (auch) Qualitätsdimensionen reproduziert. Haiko Pfost, Sie haben sehr lange für verschiedene Festivals und am freien Wiener Produktionshaus brut gearbeitet und verantworten ab diesem Jahr das renommierte Freie-Szene-Festival Impulse in NRW. Was halten Sie von dieser These?
Haiko Pfost Ich habe ein bisschen Schwierigkeiten damit. Effizienz und Internationalität in der Freien Kunst – ja, ich sehe aber auch das Gegenteil. Ortsspezifisches, lokal gebundenes Arbeiten ist und war immer ein wichtiges ...
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Theater heute Juli 2018
Rubrik: Das Gespräch, Seite 18
von Eva Behrendt und Franz Wille
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Direkter Blick, klare Worte, großer Ernst: Wenn die Wienerin Franziska Hackl Frauenfiguren von Strindberg, Tschechow oder Büchner spielt, geht es ihr ums Ganze: ein Porträt 2013 startete Armin Petras’ Schauspielintendanz in Stuttgart. Nach furiosem Start und einer Vertragsverlängerung bis 2021 kündigte er 2016 aus privaten Gründen zum Sommer ’18: eine Bilanz.
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