Die toten Kunden
Nach seinen ersten beiden Stücken «am beispiel der butter» und «dosenfleisch», ist «der herzerlfresser», eine Auftragsarbeit für das Schauspiel Leipzig, nun bereits der dritte Text, den der Autor Ferdinand Schmalz nicht nur einem Publikum mit speziellen kulinarischen Gelüsten schenkt.
Ein neues Einkaufszentrum entsteht, auf Sumpf gebaut, in einer Kleinstadt, die mit Leben gefüllt werden soll.
Ein Treffpunkt soll dieser Ort werden, an dem sich die Menschen begegnen, wieder zueinander finden und vielleicht im Flanieren durch die Geschäftspromenaden auch noch für einen finanziellen Aufschwung sorgen. Doch noch vor der Eröffnung geschieht Merkwürdiges: Es werden Frauenleichen gefunden, denen das Herz entnommen wurde. Die Öffentlichkeit darf nichts davon erfahren, sonst ist das ganze Versprechen einer blühenden Zukunft dahin. Der Gangster Andi ist Nachtwächter und nimmt sich der Ermittlungen an. Beauftragt vom Acker Rudi, dem Bürgermeister, entsorgt er mehr schlecht als recht die Leichen. Die Morde erinnern an einen steirischen Mythos, wonach ein junger Mann gehört hatte, dass er sich unsichtbar machen könne, wenn er die Herzen von sieben Jungfrauen verzehre. Sechs tötete er, dann ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 192
von Esther Holland-Merten
Die Welt ist so absurd. 1,1 Millionen Euro jeden Tag in eine zukunftslose Vision zu stecken, die BER heißt, ist ein gigantischer Schildbürgerstreich, der jede Vorstellungskraft übersteigt. Mittlerweile werden darüber nur noch die Schultern gezuckt, und man will nicht weiter daran erinnert werden. Vor diesem Hintergrund ist es merkwürdig, rechtfertigen zu müssen,...
Wir, die Gruppe George Kaplan, haben ein empfindliches Gemüt. Unsere Zeit hängt uns zum Hals raus. Seit langem schon sind wir nur noch Gespenster unserer Existenz, Fahnenflüchtige, die durch ihre Rückzugsgebiete geistern. Wie durchsichtig wir uns selbst und der Welt erscheinen, erstaunt nur noch die Unaufmerksamsten unter uns.»
«George Kaplan» ist eine ebenso...
Volk vorbei» ihre Entscheidungen. Vielleicht erinnern sich einige ja auch an die ab Anfang Oktober 1989 allabendlich verlesene und unter den damaligen Umständen wirklich spektakulär mutige Forderung aus der Resolution des Dresdner Staatsschauspiels, «dass Lüge und Schönfärberei aus unseren Medien verschwinden» müssen, wenn sie Anfang 2015 bei Pegida «Lügenpresse»...
