Unterm Kronleuchter
Volk vorbei» ihre Entscheidungen. Vielleicht erinnern sich einige ja auch an die ab Anfang Oktober 1989 allabendlich verlesene und unter den damaligen Umständen wirklich spektakulär mutige Forderung aus der Resolution des Dresdner Staatsschauspiels, «dass Lüge und Schönfärberei aus unseren Medien verschwinden» müssen, wenn sie Anfang 2015 bei Pegida «Lügenpresse» hören und/oder rufen.
Doppelte Verbitterung
Auf diese Resolution übrigens rekurriert auch der Dresdner Gegen-Pegida-Konsens, und zwar – im Gegensatz zu Bachmann und Co.
– nicht ahistorisch-verschwiemelnd, sondern direkt: Zu den Hochzeiten der «Lügenpresse»- und «Volksverräter»-Märsche treten die Dresdner Schauspieler nach jeder Vorstellung mit einem Aufruf zu Weltoffenheit an die Rampe. Danach starten draußen, vorm Großen Haus, zu vorgerückter Montagabendstunde auch die Gegendemonstrationen, deren Teilnehmer nach Augenmaßschätzung altersmäßig unter dem Pegida-Durchschnitt liegen und mit Warnwesten und symbolischem Reinigungsequipment zu den Kundgebungsplätzen ziehen, um sie von den dort artikulierten «Vorurteilen zu reinigen», wie die Pressesprecherin des Dresdner Staatsschauspiels Martina Aschmies erklärt.
Bis dahin wird ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Der Konsens im Parkett, Seite 35
von Till Briegleb
Wer mit Ungeheuern kämpft», schrieb Nietzsche, «mag zusehen, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird.» Von den Monstern unseres Energiezeitalters und der Liebe zwischen einer Biene und einem Wal erzählt Roland Schimmelpfennig in seinem 2013 in Tokyo uraufgeführtem Stück.
Ein kleines Hotel am Hafen. Jede Woche treffen sich hier drei Paare und mieten sich für ein...
«It’s not because I’m old
It’s not the life I led
I always liked it slow
That’s what my momma said»
Leonard Cohen
In Bremen höre ich das Nordwestradio, es ist neu aufgestellt, es war mal der Kultursender hier bei Radio Bremen. Jetzt soll er immer seichter und kommerzieller geworden sein, so sagt man hier in Bremen, ich finde das nicht, aber sie spielen immer noch...
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