Die Mutter aller freien Spielstätten
Bis vor kurzem residierte sie noch in einem großen, etwas schummrig beleuchteten Raum, der mit seinen langen Arbeitstischen fast einem Großraumbüro glich. Obwohl auf Grund der Gesamtmorbidezza des Gebäudes wahrscheinlich niemand auf die Idee gekommen wäre, es je so zu nennen.
Unterstrich doch die Arbeitssituation eher den Familiencharakter des Unternehmens Sophiensaele, dem Amelie Deuflhard in den vergangenen sieben Jahren als künstlerische Leiterin vorgestanden hat – seit die Mitbegründer und Immernochgesellschafter Jochen Sandig und Sasha Waltz Berlins berühmte freie Spielstätte im Jahr 2000 Richtung Schaubühne verlassen hatten.
Aus der kuschelig-maroden Immobilie in Berlins neuer Mitte hatte Deuflhard ein umtriebiges Kulturhaus gemacht, von hier aus immer wieder neue Stadträume erobert und bespielt – und sogar die Festung «Palast der Republik» genommen und (zusammen mit dem HAU) für zwei Sommer noch einmal als «Volkspalast» reanimiert. Danach konnte eigentlich nicht mehr viel kommen, und so traf es sich gut, dass für die etwas welk gewordene Mutter aller freien Spielstätten in Deutschland, der Hamburger Kampnagelfabrik, eine neue Leitung gesucht wurde. Und die Sophiensaele mit ...
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