Die mit dem Wolf tanzen

Das Braunschweiger Fast-Forward-Festival zeigt junge Regie-Arbeiten zwischen einsamen Inseln und der geschlossenen Psychiatrie

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Im Schummerlicht erobern Indianer die leere Zuschauertribüne, während wir auf dem Bühnenboden sitzen und gebannt zuschauen. Nebelschwaden ziehen durch den Raum. Wie ist es dazu gekommen?

Eigentlich hat alles ganz harmlos begonnen – mit einem Vortrag über eine Reise in die verlore­nen Dörfer am Rande der Braunkohletagebau-Gebiete der ostsächsischen Lausitz. Fünf junge Studierende aus Hildesheim sitzen in «Steppengesänge» mit einem Beamer und einer Leinwand auf der Bühne, eine weibliche Stimme aus dem Off erzählt die Geschichte.

Erste Brüche der Reali­tät entstehen, als der Vortrag vom Band und das Geschehen auf der Bühne für Momente nicht zusammenpassen, die Frauenstimme auf kurze Video-Einspieler Bezug nimmt, während die Leinwand dunkel bleibt – und die Stimme Requisiten auf der Bühne anmoderiert, die gar nicht da sind, einen Baumstumpf an der Rampe zum Beispiel. Dann beginnt der Vortrag von vorne, die Reise in die verlorenen Dörfer der Lausitz, diesmal mit Einspielern, aber in Nuancen anders erzählt. Während die Stimme von einer unheimlichen Nacht auf einem verlassenen Dorfplatz berichtet, verlässt eine der Performerinnen die Bühne und kommt zurück – mit einer schwarzen, ...

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Theater heute Januar 2015
Rubrik: Magazin, Seite 65
von Alexander Kohlmann

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