Es war Mord
Ein beinahe gleißendes Himmelblau, vor dem das Gelb der Fresien umso sonniger leuchtet. Ein sattes Tiefgrün, vor dem sich das silbergraue Hundefell vorteilhaft abhebt. Ein kräftiges, laszives Pink. Ein schwarz-cremefarben gewürfeltes Blättermuster, das verwirrende 3D-Effekte hervorruft: In solchen Farben und Tapeten erstrahlen die Räume des fiktiven Preußens, das die österreichische Regisseurin Jessica Hausner in ihrem höchst eigenwilligen Historienfilm «Amour fou» beschwört.
Zwar ist der Haushalt des Berliner Rentmeisters Vogel, in dem um 1810 der Dichter Heinrich von Kleist ein- und ausging, genau so streng und aufgeräumt, wie man das von den Bürgern eines militaristischen Vernunftstaats erwarten würde. Doch Szenenbildnerin Katharina Wöppermann macht von der Farbpalette so ungenierten Gebrauch, dass dieses Preußen zwischen Aufklärung und Biedermeier zumindest visuell eine unerwartet sinnliche, lebensfrohe Note erhält.
Umständlich in den Tod
Überhaupt stellt Jessica Hausner die historisch verbriefte Liebe zwischen Kleist und der Bürgersfrau Henriette Vogel in ein völlig neues Licht. So fou war in ihrer Lesart diese Amour nämlich keineswegs: Der in seine Cousine Marie verliebte ...
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Theater heute Januar 2015
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Eva Behrendt
Es überrascht doch stets von Neuem, wie schnell noch immer, kaum zupft mal
jemand die gewohnten Sehmuster ein wenig auseinander, die Aufregung anschwillt und Bannworte wie «artifiziell», «formal» oder gar «Kunst» (gemeint ist die bildende oder installative) mehr oder weniger vorwurfsvoll durchs Parkett schwirren. Als sie vor einem Jahr Marieluise Fleißers...
3./Samstag
20.15, ARD: Eine Liebe für den Frieden – Bertha von Suttner und Alfred Nobel Fernsehfilm (2014) von Rainer Berg, mit Birgit Minichmayr, Sebastian Koch, Philipp Hochmair, Yohanna Schwertfeger u.a., Regie Urs Egger
22.40, 3sat: Der Besuch der alten Dame
Literaturverfilmung (2008) nach Dürrenmatt, mit Christiane Hörbiger, Michael Mendl, Lisa Kreuzer, Rüdiger...
Rotes Absperrband umflattert die Kellerzelle, die in den Bühnenboden eingelassen ist. Wie ein lichtgefüllter Swimmingpool strahlt sie zu sphärischen Klängen ins Schwarz des übrigen Bühnenraumes. Vieles erinnert an eine Ausgrabungsstätte, anderes weckt im Zuschauerhirn Assoziationen zu kaum vergangenen Tatortbildern. Natascha Kampusch und die Kellerkinder aus dem...
