Die große, schreckliche Idee
Eine große Leere – sie bildet vielsagend das erste Bild von Michael Thalheimers Frankfurter «Medea». Hier ist nichts und wird nichts sein, wenn alle Worte gesprochen sind. Es regiert die Sinnlosigkeit – der Gefühle, der Versprechen, der Existenz. Alles ist leer, alles ist gleich, alles wahr. Aber nicht Nietzsche bestimmt diesen Abend, sondern Euripides, dessen antiker Erzählwucht Thalheimer mit der schnörkellosen Übersetzung von Peter Krumme Tribut zollt, die ganz abgestellt ist auf die Titelfigur Medea als einer modernen und zugleich archaisch tragischen Frau.
Ihre eigene Familie verrät sie zugunsten von Jason, geht mit ihm in die Ferne, wo sie – die stolze, selbstbewusste Frau – als Fremde beargwöhnt und schließlich vom opportunistischen Mann verlassen wird, weil er eine bessere Partie gefunden hat. Bekanntermaßen ist das Ende ein böses und Medeas Rache absolut.
Die Antiken-Einsatzgruppe
Ohne Schnörkel beginnt auch das Bühnenspiel im riesigen ausgeräumten Raum. Wie ein verwundeter Vogel durchschreitet Josefin Platt als Medeas Amme stockend die Bühnentiefe. Eine Figur, die zwischen Licht und Dunkelheit schwankt, als Schattenriss erscheint, lange Minuten schweigt. Sie steht ...
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Theater heute Juni 2012
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Kristin Becker
Am 12. Juni wird in Köln der 61. Preisträger des renommiertesten deutschen Hörspielpreises ausgezeichnet. Damit es bis zum Schluss spannend bleibt, gibt es erstmals eine Endrunde mit drei Nominierungen aus einem beachtlich starken Jahrgang von 22 Stücken im Wettbewerb. Darunter Alexander Kluges Katastrophen-Großessay «Die Pranke der Natur» (Bayerischer Rundfunk),...
Berlin
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«Ernst Busch» Berlin
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Zugangsvoraussetzungen
Eine besondere künstlerische Begabung, theaterpraktische Tätigkeiten, möglichst berufsspezifische Erfahrungen, in der Regel die allgemeine Hochschulreife.
Bei ausländischen Bewerbern die...
Es geht ums Reden, Feiern, Austausch. Ums Kennenlernen und Befreunden. Und es geht ums Gewinnen. Für eine oder einen enden die sechs Tage des Wettbewerbs der Regieschulen in der Gaußstraßen-Dependance des Hamburger Thalia Theaters mit einer Urkunde und 10.000 Euro Produktionskostenzuschuss für die nächste Arbeit an einem deutschen Stadttheater oder in der Freien...
