Barbara Burckhardt: Generation Clavigo
Es geht ums Reden, Feiern, Austausch. Ums Kennenlernen und Befreunden. Und es geht ums Gewinnen. Für eine oder einen enden die sechs Tage des Wettbewerbs der Regieschulen in der Gaußstraßen-Dependance des Hamburger Thalia Theaters mit einer Urkunde und 10.000 Euro Produktionskostenzuschuss für die nächste Arbeit an einem deutschen Stadttheater oder in der Freien Szene. Das kann der Startschuss sein: Unter den Gewinnern der letzten neun Jahre waren immerhin David Bösch, Julia Hölscher und Heike M. Götze, heute gut bis sehr gut beschäftigter Stadttheater-Nachwuchs.
Ums Gewinnen geht es auch thematisch in einem nicht geringen Teil der Inszenierungen, mit dem der Regienachwuchs sich vorstellte. Dass die Generation +-30 sich mit sich und ihren Altersgenossen zwischen Prekariat und Expresskarriere beschäftigt, ist nicht verwunderlich. Dass ein paar von ihnen aus der oft lustig verkleideten Schreckstarre des Überangebots heraustreten und nach Veränderung verlangen, ist trotzdem erfreulich. Und dass am Ende des Liedes Ratlosigkeit steht, wohin ein Umbruch führen könnte, ist wohl Realismus.
Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?
Goethes Clavigo ist so ein begabter Altersgenosse. Für die Karriere ...
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Theater heute Juni 2012
Rubrik: Regieausbildung, Seite 26
von Barbara Burckhardt
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