Die Grenzen der Gesetze
Das Gorki Theater in Berlin gibt dem Zentrum für politische Schönheit Gelegenheit, auf die Flüchtlingsfrage drastisch hinzuweisen. Die Politik soll dazu bewegt werden, ein Gesetz abzuschaffen, «das eine Schande für dieses Land und Europa darstellt». Vier Tiger waren für zwölf Tage vor dem Theater untergebracht, Menschen sollten sich finden, die bereit wären, sich fressen zu lassen.
Barbarische Spiele? «Welch ein Schauspiel, aber ach ein Schauspiel nur!»? Oder bitterernst, so ernst wie das Thema «Flüchtlinge»? Und wenn jemand bereit ist, sich den Tigern zum Fraße vorzuwerfen? Immer noch Kunstfreiheit oder Verstoß gegen die Menschenwürde? (Die meisten Kommentare haben allerdings nur den Tierschutz im Visier!)
Johannes Paul Raether bespielt das alljährliche Festival Foreign Affairs der Berliner Festspiele im Juli 2016, indem er eine Gruppe von Menschen in den Apple Store am Kurfürstendamm schickt und ihnen ein Gallium-Teil in die Hand drückt, das während der Aktion zu einer quecksilberähnlichen Substanz schmilzt. Seine ahnungslosen Gäste (unter ihnen der Intendant der Festspiele) werden aufgefordert, die Computer zu benutzen, wobei das flüssige Gallium Tisch und Geräte beschädigen ...
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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Grenzen, Seite 28
von Peter Raue
Sein erstes Jahr im Ensemble des Deutschen Theaters Berlin, an das er direkt nach der Schauspielschule kam, war schon mal nicht schlecht. Neben kleineren und mittelgroßen Rollen bei Stephan Kimmig (Marie in «Clavigo», Lempereur in «Unterwerfung») oder Christopher Rüping (Benvolio in «Romeo und Julia») hatte Marcel Kohler in Daniela Löffners Inszenierung «Väter und...
1892 kam in New York ein «Jiddischer Kenig Lir» auf die Bühne, ein Stück des ukrainisch-russischen Migranten Jakob Gordin, der ein Jahr zuvor vor Pogromen in seiner Heimat nach Amerika geflohen war. «Kenig Lir» war sein drittes Stück – ca. 70 weitere sollten folgen – und begründete nicht nur seinen Ruhm als einer der erfolgreichsten Theaterautoren seiner Zeit,...
Als ich auf die Welt kam, lag die Welt in Asche. Ich wurde 1946 geboren. Ein halber Kontinent war zerbombt, und Millionen Menschen waren hingerichtet oder zwischen den Fronten getötet worden. Die deutschen Nationalsozialisten hatten gerade noch in ihren grenzenlosen Allmachtsfantasien gestoppt werden können. Mein Land, die Niederlande, war dank der Alliierten...
