Die Grenzen der Gesetze

Terroristen, Zombies und Ziegenficker zwischen Recht und Moral – ein juristisch-philosophisches Seminar. Was sagt ein Jurist zu Ferdinand von Schirachs «Terror», zum Fall Böhmermann-Erdogan oder dem Prozess um Falk Richters «Fear»?

Theater heute - Logo

Das Gorki Theater in Berlin gibt dem Zentrum für politische Schönheit Gelegenheit, auf die Flüchtlingsfrage drastisch hinzuweisen. Die Politik soll dazu bewegt werden, ein Gesetz abzuschaffen, «das eine Schande für dieses Land und Europa darstellt». Vier Tiger waren für zwölf Tage vor dem Theater untergebracht, Menschen sollten sich finden, die bereit wären, sich fressen zu lassen.

Barbarische Spiele? «Welch ein Schauspiel, aber ach ein Schauspiel nur!»? Oder bitterernst, so ernst wie das Thema «Flüchtlinge»? Und wenn jemand bereit ist, sich den Tigern zum Fraße vorzuwerfen? Immer noch Kunstfreiheit oder Verstoß gegen die Menschenwürde? (Die meisten Kom­mentare haben allerdings nur den Tierschutz im Visier!)

Johannes Paul Raether bespielt das alljährliche Festival Foreign Affairs der Berliner Festspiele im Juli 2016, indem er eine Gruppe von Menschen in den Apple Store am Kurfürstendamm schickt und ihnen ein Gallium-Teil in die Hand drückt, das während der Aktion zu einer quecksilber­ähnlichen Substanz schmilzt. Seine ahnungslosen Gäste (unter ihnen der Intendant der Festspiele) werden aufgefordert, die Computer zu benutzen, wobei das flüssige Gallium Tisch und Geräte beschädigen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Grenzen, Seite 28
von Peter Raue

Weitere Beiträge
Der moderate Radikale

Sein erstes Jahr im Ensemble des Deutschen Theaters Berlin, an das er direkt nach der Schauspielschule kam, war schon mal nicht schlecht. Neben kleineren und mittelgroßen Rollen bei Stephan Kimmig (Marie in «Clavigo», Lempereur in «Unterwerfung») oder Christopher Rüping (Benvolio in «Romeo und Julia») hatte Marcel Kohler in Daniela Löffners Inszenierung «Väter und...

Ein muslimischer Lear

1892 kam in New York ein «Jiddischer Kenig Lir» auf die Bühne, ein Stück des ukra­inisch-russischen Migranten Jakob Gordin, der ein Jahr zuvor vor Pogromen in seiner Hei­mat nach Amerika geflohen war. «Kenig Lir» war sein drittes Stück – ca. 70 weitere sollten folgen – und begründete nicht nur seinen Ruhm als einer der erfolgreichsten Theaterautoren seiner Zeit,...

Hinterm Horizont geht’s weiter

Als ich auf die Welt kam, lag die Welt in Asche. Ich wurde 1946 geboren. Ein halber Kontinent war zerbombt, und Millionen Menschen waren hingerichtet oder zwischen den Fronten getötet worden. Die deutschen Nationalsozialisten hatten gerade noch in ihren grenzenlosen Allmachts­fantasien gestoppt werden können. Mein Land, die Niederlande, war dank der Alliierten...