Die exterritoriale Position
(Wäre es nicht schön, wenn Theatermachen nicht bedeutete, dass in Reihe drei jemand sitzt, der im narzisstischen Rausch abgerichtete Menschen anschreit und von A nach B schiebt und das auch noch beim sogenannten «Inszenieren» (hahahaaaa) eines heruntergekommenen und schon an Ort und Stelle fragwürdigen Stückes, das nicht der Gegenwart, sondern größtenteils nach merkantilen Gesichtspunkten produzierten Formaten gerecht wird? Formate, die zeigen sollen, dass sich das Theater für alles interessiert, aber wahrscheinlich deswegen wohl eher für gar nichts? Wäre es nicht schön, wenn es auc
h niemanden gäbe, der sich so abrichten ließe, ebenda? Es wäre doch schön, wenn das Bewusstsein der wenigsten Intendanten, der wenigsten Schauspieler, der wenigsten Regisseure, der wenigsten Autoren, der wenigsten Mitarbeiter künstlerischer Betriebsbüros überall nach Deckung suchen würde, nach bereits Kanalisiertem, sondern dass bei all jenen die Fähigkeit und der Wunsch und der Wille vorhanden wäre, Erfahrungen zu machen und sich frei und autonom zu einer Sache zu verhalten.
Das setzte aber voraus, dass diejenigen, die auf der Bühne stünden, in der Lage wären, dieser exterritorialen Position inhaltlich ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Reale Utopien, Seite 134
von Fabian Hinrichs
TH Wir sitzen hier am Ende einer erfolgreichen Spielzeit, Ihrer ersten am Gorki Theater. Ihr Vorgänger Armin Petras hatte hier ein allseits geschätztes, sehr interessantes Theater gemacht, dass Sie sehr kurzfristig übernommen und gründlich umgekrempelt haben. Stadttheater sind ja eigentlich recht beharrliche Betriebe – wie geht das?
Shermin Langhoff Bei mir vor...
Großes Gedränge bei den Stücken des Jahres! Knapp die Nase vorn hat Sibylle Bergs
«Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen» über das sprachstark einbildungsreiche, doch ereignisarme Leben eines Berliner Mitte-Hipster-Girlies.
Ausländischer Autor ist Martin Crimp, der mit «Alles Weitere kennen Sie aus dem Kino» und «In der Republik des Glücks» für neue Impulse...
Das ideale Theater hat in meinem Traum folgenden Spielplan:
«Othello» – Regie Peter Zadek, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 1976
«Gänge» – Choreografie William Forsythe, Frankfurt 1983
«La tragédie de Carmen» – Regie Peter Brook, Théâtre des Bouffes du Nord 1983
«Die Macht der theaterlichen Torheiten» – Regie Jan Fabre, Troubleyn Theater Amsterdam 1984
«Küsse Bisse...
