Die einzig wirkliche Griechin
Was für eine Tragödin! Am Leib von Nina Hoss als Medea wird das Schwarz wieder zu dem, was es einmal war: die Farbe des Todes, die Farbe der archaischen Landbevölkerung, die Farbe des großen Nein zur bunten Mittelstandswelt des in seiner Berliner Variante sehr gegenwärtig ausschauenden Korinth. Ausgerechnet die Barbarin aus dem halbwilden Kolchis ist unter den dortigen Seifenopernhellenen die einzige wirkliche Griechin, stolz und kompromisslos, göttergleich das eher kleine männliche Objekt ihrer Liebe überragend.
Medea, das ist seit zweieinhalb Jahrtausenden bekannt, stirbt nicht, sie lässt lieber sterben. Als ihr Gatte Jason (Michael Neuenschwander) durch eine Heirat die soziale Leiter hinaufsteigen möchte, mordet sie ihre Kinder, vergiftet ihre Nebenbuhlerin sowie deren Vater – und kommt auch noch ungeschoren davon. Das ist heute vielleicht ein noch größerer Skandal als in der Antike, die ja ein – gelinde gesagt – unsentimentales Verhältnis zum Kind hatte (man denke nur an den ziemlich bedenkenlos ausgesetzten Ödipus). Die Herausforderung, die darin liegt, uns so eine Frau nahe zu bringen, ohne sie durch eine Selbsterfahrungsgruppenpsychologie zu banalisieren, haben in der ...
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Theater heute Zu einem Gespräch über Kultur und Standort und den Kulturstandort Berlin sitzen hier am Tisch André Schmitz, Kulturstaatssekretär in Berlin, und Peter Dussmann. Sie, Herr Dussmann, sind ein sehr erfolgreicher internationaler Unternehmer. Ihre Gruppe hat 2006 1.308 Millionen Umsatz gemacht, überwiegend mit Gebäudemanagement, mit einer Rendite von gut 6...
Absurd natürlich, von einem Stück zu erzählen von dem es bislang nur den Plot gibt und den Stückbeginn: «frau bosch,/ die ware,/wäre da/Sollen wir,/damit/ums Haus,/zum Keller,/in den Wäscheraum,/stellt doch hier ab, was ihr habt, in den Schatten, unters Dach, auf den Fußabstreifer, wo es trockenbleibt./Fang,/am,/An,/fang,/fang, /fang,an.» Hier ist sie wieder, die...
Das Stück endet in der Katastrophe: Der Vater stirbt, die Ehefrau wird wegen Missbrauchs eines Minderjährigen verurteilt, weitere Beziehungen sind zerstört oder ihr Aufkommen wird im Keim erstickt. Oder es schließt mit Happy End: Denn der angeblich missbrauchte Junge und die Tochter beginnen eine Beziehung – die die Fehler der Eltern vielleicht vermeidet ....
