Archivarin des Todes
Absurd natürlich, von einem Stück zu erzählen von dem es bislang nur den Plot gibt und den Stückbeginn: «frau bosch,/ die ware,/wäre da/Sollen wir,/damit/ums Haus,/zum Keller,/in den Wäscheraum,/stellt doch hier ab, was ihr habt, in den Schatten, unters Dach, auf den Fußabstreifer, wo es trockenbleibt./Fang,/am,/An,/fang,/fang, /fang,an.» Hier ist sie wieder, die vorläufig noch durch Schrägstriche markierte «geteilte Sprache», wie Händl Klaus das literarische Verfahren nennt, einen einzigen Satz auf mehrere Figuren aufzuteilen.
Bei Händl Klaus hat dies nichts mit der weit verbreiteten Marotte zu tun, durch künstlichen Zeilenfall pseudolyrische Bedeutung zu produzieren, nein, sein Stil ist Inhalt: Seine Figuren sind, den Gesetzen jeglicher Dramatik widersprechend, immer «alle in einem Sprachkörper», Funktionen eines «komplizenhaften Sprechens, da man das Unbewusste teilt und die gleiche Grundlage hat» (Händl). Händl Klaus verabschiedet sich vom traditionellen Dialog, der sich aus der Syntax seiner Antagonisten definiert. Statt der Dialektik des dramatischen Konflikts, der die Geisteshelle seiner Figuren voraussetzt, findet man bei ihm «Verschworene» und das «aufeinander ...
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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 152
von Joachim Lux
Wir warn die eishockeymannschaft auf der fontaine. jeder kannte uns. von januar bis februar war klar. wenn wir mit schneeschiebern. hatten wirn räumdienst abgezogen. wenn wir mit den dingern unser revier aufm eis absteckten. war klar wer wir warn. horden zwölfjährige maulaffenfeil um uns. und pärchen in freizeitjacken schrien ihre wänster panisch zur sau, bevor sie...
Gerhild Steinbuch ist erst 24 und längst entdeckt, sie hat den Retzhofer Literaturpreis für Gegenwartsdramatik in Graz, den Stückewettbewerb der Schaubühne Berlin gewonnen, war zu den Werkstatttagen ans Burgtheater Wien und an die Summer School des Royal Court eingeladen. Jetzt hat sie für den Regisseur Roger Vontobel und das Schauspielhaus Graz in einer...
Mein Bruder Tom» ist ein Stück, das verschiedene Perspektiven rund um diesen Bruder beschreibt, der einen der vielen Kriege, um die es gehen könnte, nicht überlebt hat. Keines der disparaten «Paare» Ellen und Gloria, Sophie und Robert, Tom und Sky, Laif und Helena scheint mit sich selbst oder dem jeweils anderen besonders viel zu tun zu haben. Was sie im Leben...
