Kaleidoskop der Geschichten

Gerhild Steinbuchs «Verschwinden oder Die Nacht wird abgeschafft»

Theater heute - Logo

Gerhild Steinbuch ist erst 24 und längst entdeckt, sie hat den Retzhofer Literaturpreis für Gegenwartsdramatik in Graz, den Stückewettbewerb der Schaubühne Berlin gewonnen, war zu den Werkstatttagen ans Burgtheater Wien und an die Summer School des Royal Court eingeladen. Jetzt hat sie für den Regisseur Roger Vontobel und das Schauspielhaus Graz in einer Koproduktion mit dem steirischen herbst ihr viertes Stück geschrieben. Und wüsste man nicht, dass sie so jung ist, würde man es ihren Stücken nicht anmerken. Ihre Stücke sind alles andere als erste Schreibversuche.

Gerhild Steinbuch schreibt sprachgewaltige poetische Welten über die Unmöglichkeit von Kommunikation. Ihre Menschen reden miteinander, doch verstehen sich nicht. Sie begegnen sich physisch, doch metaphysisch verfehlen sie sich. 
 

In «verschwinden oder Die Nacht wird abgeschafft» kämpfen sechs Menschen um ihren Platz in der Welt. Hin- und hergerissen zwischen der Möglichkeit zum eigenen Glück und der Unmöglichkeit, es zu leben, hinterfragen sie die Gültigkeit von Systemen, von Moral und Menschlichkeit. Da gibt es Lara und ihren Bruder Oed, zwei Waisenkinder wie aus einer anderen Welt, die nichts außer sich selber haben. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 172
von Sandra Küpper

Vergriffen
Weitere Beiträge
Terror durch Toleranz

Können Christen, Juden und Muslime sich im gemeinsamen Menschlichen versöhnen? Diese Frage hat bereits 1779 Gotthold Ephraim Lessing beschäftigt; mit seiner Parabel «Nathan der Weise» formulierte er die Notwendigkeit, ein stabiles Gleichgewicht zwischen den Religionen auf der Basis der Vernunft zu erringen. Lessing trat damit seinerzeit in den Widerstreit zur...

Meisterinnen der Äußerlichkeit

Zum dritten Mal schon wird Katrin Brack Bühnenbildnerin des Jahres. 

Ihr Ein-Material-Konzept hat bereits etliche stückspezifische Metamorphosen durchlaufen: Zuletzt hat Brack Molière mit Luftschlangen beschossen und Kleist in den Regen gestellt. Luk Perceval, Dimiter Gotscheff und Samuel Finzi loben und preisen die Künstlerin im Gespräch.

Während die Bühnenbilder...

Die Pointe stirbt zuletzt

Die Russen sind endgültig im Westen angekommen. Moskau ist kapitalistischer, dynamischer und luxuriöser als jede deutsche Stadt. Auch die Provinz ändert sich, langsamer zwar, aber unaufhaltsam. Der vom Westen eingeklagte Mangel an Demokratie ist nicht das, was die meisten Russen bewegt. Längst ist auch der Normalbürger an das globale Geflecht der Waren- und...