Der Schnappschuss als Waffe

Cameron Abadi, in den USA aufgewachsener Exiliraner und heute Journalist in Berlin, hat den Wahlmonat Juni in Teheran verbracht. Ein persönlicher Rückblick auf diese Erfahrung.

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Vier Männer stehen dicht beieinander auf einem Bürgersteig in Teheran und reden über die bevorstehende Wahl. Einer der Männer beugt sich vor, unterstreicht mit heftiger Geste seine Worte. Seine Gesprächspartner blicken skeptisch, auf dem Sprung, ihm zu widersprechen.

Zwei Tage nach der Präsidentschaftswahl rollt ein Laster über einen belebten Platz im Norden Teherans. Bewaffnete Polizisten sitzen auf der Ladefläche. Sie sehen aus wie eine Armee-Einheit, die in den Krieg zieht.

 

 

Das sind nur zwei der Fotos, die ich in den Wochen vor und nach der Wahl im Iran aufgenommen habe, Fotos, die ich mir immer wieder ansehe. Natürlich zeigen diese Fotos vieles nicht: die Wahlkampflieder und Schreie trauernder Familien; die zunehmende Brutalität der staatlichen Mörderbanden, die auf ihren Motorrädern durch Straßen und Alleen rasen und nach neuen Zielen Ausschau halten; das ängstliche Erstaunen, das während der Demonstrationen in den Gesichtern stand und die leise Zuversicht, die zwischen neugewonnenen Freunden am Rande der Massenproteste entstand. 

 

Ich weiß, diese Fotos sind als Dokumente unvollständig, verbergen mindestens so viel, wie sie enthüllen. Wichtige Informationen, die sie ...

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Theater heute Oktober 2009
Rubrik: Das Stück, Seite 54
von Cameron Abadi

Vergriffen
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