Der Mut zur Wahrheit
PARRHESIA
die institutionalisierung der beichte in europa im 13. jahrhundert ist wohl der zentrale punkt der christlichen übernahme des griechischen prinzips des «kümmerns um sich selbst» (epimeleia heautou). diese sorge um sich selbst wurde bei den griechen anders praktiziert. hier bedurfte es keines beamteten priesters, sondern eines älteren freundes, eines lehrers oder eines geliebten, mit dem über die qualifikation der eigenen ungewissen, schwankenden, noch gleichsam nebelhaften persönlichkeit diskutiert wurde, deren anleitung in freimütiger wechselrede ausgeübt wurde.
wobei die athener, allen voran sokrates, davon ausgingen, dass «die sorge um sich selbst» nur der erste schritt des gebrauches der idee des «alles sagens» darstellt, der zweite und wichtigere, weil ein leben lang auszuübende vorgang, müsse die «öffentliche rede» sein.
sicher ist, dass dieses prinzip der freimütigen rede, im damaligen griechenland im begriff PARRHESIA umschrieben, ein zentrales merkmal des erkenntnisgewinnes zu sein scheint. wie sollte man in einer gesellschaft leben, die ohne öffentliche rede auskommen würde? «alles zu sagen» bedeutet dann: alles zu sagen, auch wenn es dem, der es gesagt bekommt, ...
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Theater heute Jahrbuch 2011
Rubrik: Armin Petras, Seite 40
von Armin Petras
Peter Handkes «Immer noch Sturm» ist kein Stück, kein Drama, kein Lesedrama, keine Prosa, sondern eine für das Theater gedachte szenische Erzählung. Der Sprache nachhören und sie dennoch szenisch zu vergegenwärtigen, sie ins Figurenspiel zu holen, ohne sie zu verkleinern, dem Theater zu seinem Recht zu verhelfen, ohne die Literatur zu zerstören, ein...
Uraufführungen
A
Frank Abt/Dirk Schneider Wenn die Sonne immer noch so schÖn scheint … (Theater Osnabrück) ·· Andcompany & Co. nach Schiller Der (kommende) Aufstand (Oldenburgisches Staatstheater) ··Sefi Atta Hagel auf Zamfara (Theater Krefeld/ Mönchengladbach)
B
Lukas Bärfuss ZwÖlftausend Seiten (Schauspielhaus Zürich) ·· Martin Baltscheit Die besseren...
Das einzig Ungewöhnliche an dem ganz und gar gewöhnlichen Mehrfamilienhaus in der Bochumer Wilhelm-Stumpf-Straße ist, dass auf dem Klingelbrett drei Mal der Name Beckmann steht. Maja Beckmann wohnt hier, Ensemblemitglied des Bochumer Schauspielhauses gleich um die Ecke. Ebenso ihr jüngerer Bruder Till Beckmann, der Ruhrgebietsliteraturwettbewerbe veranstaltet, im...
