Der gräbt, wo er steht
Der Neue Deutsche Spielfilm feiert seit Jahrzehnten wieder Erfolge. Sie gehen unter anderem auf eine intensive Lobbyarbeit der Medien zurück. Das ist schön und gut. Aber es ist darüber ein bisschen in den Hintergrund getreten, dass die wirklich interessanten Entwicklungen seit Jahrzehnten im deutschen Dokumentarfilm vor sich gehen.
Ausgehend von den Klassikern des deutschen direct cinema der 60er und 70er Jahre (den Filmen von Klaus Wildenhahn und Peter Nestler zum Beispiel, die für das Fernsehen gedreht und im anspruchsvollen Spätabendprogramm oder auf Festivals gezeigt wurden), haben junge Dokumentaristen wie Andres Veiel und Volker Koepp außerdem neuerdings etwas geschafft, was dem Dokumentarfilm in Deutschland vielleicht noch nie gelungen ist. Sie haben das Kino, wenn vielleicht nicht erobert, so doch mindestens betreten.
Ihr Marktanteil ist immer noch gering. Aber im Bekanntheitsgrad von Filmen wie «Herr Zwilling und Frau Zuckermann» oder «Black Box BRD» könnte sich etwas offenbaren, was man mit dem Stichwort «Überdruss am zweitklassig Fiktionalen» beschreiben könnte. Im literarischen Marktgeschehen kommt dieser Überdruss, wenn nicht alles täuscht, zwar in einem sehr ...
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Gestorben
Legendär war sein Auftritt in Volker Brauns «Übergangsgesellschaft», wenn er als alter Kommunist und verdienter Spanien-Kämpfer Wilhelm Höchst auf dem Boden sitzt, Westfernsehen guckt und Sätze sagt wie «Der Sozialismus kann nicht als Diktatur zum Ziel kommen». 1988, ein Jahr vor dem Mauerfall, war diese Fortschreibung von Tschechows «Drei Schwestern»...
Vielleicht tut es Amerika gut, die angesichts Irak-Krieg und Global Warming gesunkene Moral ein bisschen mit verlässlich rühriger Musical-Unterhaltung aufzubessern. Erst recht, wenn diese in verdaulichen Portionen und mit ein bisschen ernstgemeinter Zeitkritik daherkommt. Die Kritiker in Los Angeles und New York jedenfalls sind sich einig: Wenn es in diesem...
Als ich Eva kurz vor Weihnachten das letzte Mal in der Klinik besucht habe, habe ich kurz nach Verlassen des Krankenzimmers den Impuls gespürt umzudrehen, zurückzugehen und mich zu bedanken. Ich habe diesen Impuls unterdrückt, weil er mir etwas kitschig erschien und, angesichts der zehrenden Krankheit, als ein falsches Signal. Nun, wo es notwendig geworden ist,...
